Fürs Leben lernen: Gyulbie (Bulgarien), Bettina (Wilhelmsburg), Satsita (Tschetschenien, hinten, v. l.), Seyhan (Türkei) und Gülcan (Türkei, vorne, v. l.).Foto: cvs

Neunmonatige Schulung in Bereichen wie Pflege, Küche, Hauswirtschaft und Büro –
derzeit sind Plätze frei

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg. Im vergangenen Jahr konnten sie immerhin 13 Teilnehmerinnen „in Arbeit bringen“, wie Florian Wittmann es ausdrückt. „Ein Riesenerfolg“, findet der stellvertretende Leiter des Gewerbehofs Elbinsel.
Seit rund fünf Jahren bietet das Projekt der KOM gGmbH (das kleine „g“ steht für „gemeinnützig“), das in der Rotenhäuser Straße zuhause ist, niedrigschwellige Berufsfortbildungen für alleinerziehende Arbeitslose an. Hauptzielgruppe sind Migrantinnen, die ein oder mehrere Kinder haben und die (wieder) im Berufsleben Fuß fassen wollen.
Auch Männer sind theoretisch zugelassen, machen aber nur einen sehr geringen Anteil aus. „Sinn des Projekts ist es, alleinerziehende Langzeitarbeitslose aus ihrem täglichen Trott rauszuholen und ihre Selbstständigkeit beziehungsweise ihr Selbstvertrauen zu steigern“, sagt Wittmann.
In Wilhelmsburg bietet die KOM („Gesellschaft für berufliche Kompetenzentwicklung“) die Berufsfelder Pflege, Küche/Service, Büro/Verkauf sowie Hauswirtschaft/Reinigung an. Die Dauer der Teilnahme beträgt im Normalfall neun Monate und kann bei Bedarf um weitere drei Monate verlängert werden. Etwa 20 bis 30 Wochenstunden müssen die Teilnehmerinnen investieren.
Die „Ausbildung“ (die sich jedoch mangels Abschlusszeugnis offiziell so nicht nennen darf!) beschränkt sich dabei nicht auf die Theorie, sondern geht auch in die lebensnahe Praxis: So wird zum Beispiel für den eigenen Mittagstisch gekocht und ein Catering angeboten, ein „Gewerbehof-Shop“ betrieben und es werden bunte „Wilhelmsburger Kissen“ entworfen. Im Bereich Pflege gibt es ein Praxisprojekt, das sich „Alter und Bewegung im Stadtteil“ nennt.
Der größte Teil der Frauen kommt aus der Türkei, zu den weiteren Herkunftsländern gehören Togo, Ghana, Kamerun, Bulgarien, Kosovo und Albanien. Die meisten Teilnehmerinnen sind zwischen 35 und 55 Jahre alt. Zum Personal gehören vier Anleiterinnen, zwei Lehrer und ein Jobcoach. Drei Sozialpädagoginnen bieten Beratung bei familiären, finanziellen, gesundheitlichen oder sonstigen Problemen an.
Ende November hatte das Projekt 21 Teilnehmerinnen – damit war es nur zu etwa einem Drittel belegt. „Corona ist definitiv der Hauptgrund für die geringe Teilnehmerzahl“, sagt Wittmann. 2018 und 2019 seien es teilweise 50 bis 55 Personen gewesen. Projektträger sind neben der KOM das Jobcenter Hamburg und die SBB Kompetenz gGmbH.

Kontakt
Gewerbehof Elbinsel
Rotenhäuser Straße 10
21109 Hamburg
Tel 211 12 – 230
Tel 211 12 – 231
E-Mail: info@gewerbehof-elbinsel.de
Teilnahme in Vollzeit:
30 Zeitstunden pro Woche
Teilnahme in Teilzeit: ab 15 Zeitstunden pro Woche
Start jeden Dienstag, 10 Uhr
Kurszeiten: montags bis
freitags von 8.30 – 15.15 Uhr

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