Das Markthaus von außen mit Blick auf die Blankeneser Kirche. Die verbleibenden Restarbeiten im Außenbereich werden nach Ende der Schlechtwetterperiode abgeschlossen. Foto: Jörg Marwedel

Markthaus eröffnet: Platz für Gemeinschaftsraum, Gastronomie,
Bürgervereinsbüro, WC-Anlage und Marktbeschicker-Arbeitszimmer

Jörg Marwedel, Blankenese

Wie es ist bei einer Einweihung: zunächst gab es viel Lob. Bezirkssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) pries das neue, 123 Quadratmeter große Blankeneser Markthäuschen als „sehr, sehr schick“ und als „neuen Treffpunkt im Stadtteil“. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) hob hervor, mit einem solchen „Schmuckkästchen“ werte man das Einkaufsquartier auf. Und Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) stellte die „neue Aufenthaltsqualität“ rund um den neuen Marktplatz heraus, der nun nicht mehr als „schnöder Parkplatz“ genutzt werde, sondern „viel Platz für Fußgänger:innen sowie Radfahrende“ biete.

1,3
Millionen Euro
kostet das
Blankeneser Markthaus

Das ist in der Tat eine völlig neue Ausrichtung des seit 1929 bestehenden Marktes. Bis es aber so weit war, dass der Hamburger Senat 628.500 Euro bereitstellte (80.000 Euro kamen vom Bezirk und der Rest zu den 1,3 Millionen Euro vom Bauherrn Sprinkenhof GmbH), gab es seit 2014 eine „nicht nur friedvolle Auseinandersetzung“ (von Berg) um das neue Konzept. Natürlich ging es um den neuen Bodenbelag des Marktplatzes, um den Wegfall von 100 Parkplätzen und überhaupt um den Gesamteindruck.

Nicht alle Blankeneser sahen es so wie die Jury, die dem Entwurf der Firma „bub architekten“ mit viel Glas, Kupfer und hellen Farben eine „hanseatisch zurückhaltende Eleganz sowie die feinsinnige Komposition des Baukörpers“ zuschrieb. Es gab sogar welche, die dem 60 Jahre alten Vorgängerbau nachtrauerten. Doch Oliver Diezmann von der Interessengemeinschaft (IG) Blankenese sagte im Namen der lokalen Einzelhändler, das neue Markthaus habe „das Potenzial, ein neuer Anziehungspunkt zu werden, auch für Touristen“.

Gastronom hat den Vertrag noch nicht unterschrieben

Trotz der offiziellen Eröffnung mit Glühwein, Lebkuchen und Senatoren ist noch nicht alles fertig. Das zeigt schon der Bauzaun, der noch immer um den Neubau aufgestellt ist. Der Bürgerverein kann in sein kleines Büro erst einziehen, wenn im Januar die Wärmepumpe geliefert wird. Neu ist die Gastronomie, wobei Pächter Falk Hocquél von der Schmidt & Schmidtchen GmbH den Vertrag noch nicht unterschrieben hat.

Wie bei der Elphi: Alles wurde viel, viel teurer als geplant

Freude bei der Eröffnungsfeier: Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (v. l.), Sprinkenhof-Geschäftsführer Martin Görge und die Senatoren Katharina Fegebank und Andreas Dressel mit dem Einweihungsschlüssel und dem Nachbau des Markthauses aus Lebkuchen. Foto: Jörg Marwedel

Hocquél, der einen Teil des großen Gemeinschaftsraumes mit anderen teilen muss, will noch eine Küche bauen und zusammen mit den Marktbeschickern erörtern, wie viel Außengastronomie er bewirtschaften darf. Auch das war zuletzt ein kritischer Punkt. Die Eröffnung des kleinen Lokals ist, so Hocquél, nicht vor dem 1. April zu erwarten.

Neben dem Kernstück Gemeinschaftsraum, in dem Veranstaltungen stattfinden können, und der Gastronomie werden auch der Bürgerverein mit einem Büro und der Marktmeister ein Arbeitszimmer nebst kleinem Lager bekommen. Dazu wird, ebenfalls in dem Markthaus, eine barrierefreie WC-Anlage freigegeben, die nicht nur an den Markttagen geöffnet ist.
Wie das so ist mit neuen Wahrzeichen wie etwa der Elphi: Alles wurde viel, viel teurer als geplant, auch wegen mancher Diskussionen und Umplanungen. Ursprünglich waren 1,5 Millionen Euro für Platz und Haus vorgesehen, jetzt kostet nur das kleine Bauwerk fast so viel – was aber auch mit den „schwierigen bauwirtschaftlichen Rahmenbedigungen“ zu tun habe, wie Politiker Dressel betonte.

Allein das Kupfer ist inzwischen dreimal so teuer wie noch vor Kurzem, erwähnte Martin Görge, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH. Aber da die Blankeneser den Ruf guter Kaufleute haben, sei das ja nun „ein gutes Investment“.

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