Für Langzeitarbeitslose gilt ab 1. Januar nicht mehr Hartz IV, sondern das Bürgergeld. Foto: Panthermedia

Bürgergeld, 49-Euro-Ticket, Strom- und Gaspreisbremse,
Krankmeldung ohne gelben Schein, mehr Kindergeld

René Dan, Hamburg

Mit dem Jahreswechsel treten viele Änderungen in Kraft. Einige davon sollen die Bürger finanziell entlasten. Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

▶ Eine Gaspreisbremse für Privathaushalte und kleine sowie mittlere Unternehmen wird eingeführt: Von März 2023 bis April 2024 wird der Preis für die Kilowattstunde auf zwölf Cent brutto begrenzt, für 80 Prozent des Jahresverbrauchs vom Vorjahr. Im März werden rückwirkend auch die Entlastungsbeträge für Januar und Februar 2023 angerechnet.

▶ Die Strompreisbremse gilt ebenfalls vom 1. März 2023 bis 30. April 2024. Im März werden auch hier rückwirkend die Entlastungsbeträge für Januar und Februar 2023 angerechnet. Der Strompreis für Privathaushalte und kleine Unternehmen wird auf 40 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Dies gilt für den Basisbedarf von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs.

Das Kindergeld wird im neuen Jahr auf 250 Euro erhöht. Foto: Panthermedia

▶ Das Kindergeld wird zum 1. Januar auf 250 Euro erhöht. Damit gibt es für die ersten beiden Kinder jeweils 31 Euro mehr als bislang.

▶ Ab 2023 wird sich das Wohngeld mehr als verdoppeln, von durchschnittlich 180 auf 370 Euro im Monat. Zudem steigt im Rahmen der Reform des Wohngeldes die Zahl der Leistungsberechtigten von 600.000 auf zwei Millionen.

▶ Nach dem – von vielen so empfundenen – Erfolg des Neun-Euro-Tickets kommt wahrscheinlich zum 1. April das 49-Euro-Ticket. Dieses Abonnement ist monatlich kündbar. Mit dem Deutschlandticket kann man bundesweit in allen Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs fahren.

▶ Das Bürgergeld löst zum 1. Januar Hartz IV ab und wird um 53 Euro auf 502 Euro für Alleinstehende erhöht. Im ersten Jahr gilt eine sogenannte Karenzzeit: Die Kosten für Unterkunft werden in tatsächlicher Höhe, die Heizkosten in „angemessener“ Höhe übernommen. Zudem gilt nicht mehr der Vorrang der Arbeitsvermittlung, ab 1. Juli werden Umschulungen und Weiterbildungen verstärkt gefördert. Und: Im ersten Jahr darf Vermögen erst ab 40.000 Euro angetastet werden, für jede weitere Person in der Bedarfsgemeinschaft ab 15.000 Euro.

▶ Zum Jahresanfang müssen Gastronomen ihren Kunden alternativ zur Einwegverpackung auch eine Mehrwegverpackung zur Mitnahme von Pizza, Pasta, Kaffee & Co. anbieten. Ausgenommen hiervon sind Kleinbetriebe mit maximal fünf Beschäftigten und maximal 80 Quadratmetern Verkaufsfläche. Sie sollen ihre Speisen und Getränke auch in von Kunden mitgebrachte Behälter füllen können.

Adieu gelber Schein: Wer sich krankmeldet, muss dem Arbeitgeber nicht mehr die papierne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vorlegen. Statt dessen muss sich der Arbeitgeber bei der Krankenkasse um die elektronische AU kümmern.

561
Euro
beträgt die Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags

▶ Der steuerliche Grundfreibetrag – der das Existenzminimum für alle steuerfrei sichert – wird um 561 Euro auf 10.908 Euro angehoben.

▶ Der steuerfreie Sparer-Pauschbetrag steigt von 801 auf 1.000 Euro für Alleinstehende und von 1.602 auf 2.000 Euro für Verheiratete beziehungsweise Lebenspartner.

Rentenversicherungsbeiträge können zu 100 Prozent als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

▶ Altersrenten können ab 1. Januar 2023 unabhängig von der Höhe des Hinzuverdienstes in voller Höhe bezogen werden. Die bisher geltende Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten wird aufgehoben. Bei Erwerbsminderungsrenten werden die Hinzuverdienstgrenzen deutlich angehoben – bei voller Erwerbsminderung auf rund 17.820 Euro.

▶ Zum 1. Januar wird die Grenze für Midijobs auf 2.000 Euro angehoben. Bis zu diesem Einkommen zahlen Beschäftigte dann geringere Beiträge in die Sozialversicherungen: Geringverdienern bleibt mehr Netto vom Brutto.

▶ Die Homeoffice-Pauschale wird auf sechs Euro am Tag und maximal 1.260 Euro im Jahr angehoben. Arbeitnehmer können sie damit für 210 Tage statt bisher 120 Tage im Jahr in Anspruch nehmen.

▶ Die Förderung für Elektroautos sinkt: So erhalten E-Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis bis 40.000 Euro statt 6.000 Euro im neuen Jahr 4.500 Euro Umweltbonus, mit Nettolistenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro statt 5.000 dann 3.000 Euro. Plug-In-Hybridfahrzeuge werden nicht mehr gefördert.

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