Frau nimmt Obdachlosen auf – nach fast 20 Jahren auf der Straße

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Vom-Zelt-in-die-Pension-Obdachloser-bekommt-Winterbleibe,hamj129932.html

Christian ist der junge Mann, den wir letzten Winter auf einer Fläche im Hamburger Schanzenviertel in einem der sogenannten „Iglus“ untergebracht haben. Nun gibt es eine neue Entwicklung.

Und zwar hatten wir vor Wochen einen Aufruf im Internet gestartet, ob nicht Jemand bereit wäre Christian den Winter über bei sich aufzunehmen

https://www.facebook.com/groups/HamburgerObdachlose/posts/1831461340538045/

… und siehe da, es meldete sich eine beherzte Dame aus der Lüneburger Heide, die Christian den Winter über ein kostenlos Bett in ihrer sonst so teuer vermieteten Ferienwohnung anbietet. Chapeau!

Klasse Vorbild und ein tolles Sprungbrett, weil der Hof hat auch Pferde und wer weiß, ob nicht mehr daraus wird und Christian über den Winter hinaus dann dort bleiben kann und mag. Es könnte der Beginn vom Ende seiner Obdachlosigkeit sein. Er lebt seit knapp 20 Jahren auf der Straße bislang fehlte es an Chancen und Chancengebern.

Sachen gefroren! ❄️ Christians letzte Nacht im Zelt (vor seinem Umzug in die Lüneburger Heide) https://www.hamburg1.de/news/73287

Hintergrund: Wir hatten Christian letzten Winter kennengelernt, er schlief im Freien im Hamburger Schanzenpark, wurde dort immer wieder geräumt und vertrieben, bis ein Barbesitzer im Hamburger Schanzenviertel ihm eine private Fläche anbot, dort hatten wir letzten Winter auch unsere Iglus stehen, ein Erfrierungsschutz für die Nacht und aktuell müssen wir dort leider räumen, die Bahn beansprucht das Gelände für Brückenbauarbeiten, weshalb wir speziell auch für Christian händeringend Ersatz suchten.

Zuletzt auch über Aushänge im Supermarkt. Christian könne auf Wunsch auch eine Funktion übernehmen – als Platz- oder Hallenwart, Nachtwächter oder Hausmeister (er ist gelernter Koch), „welche Aufgabe auch immer man ihm anvertraut, er ist zuverlässig und ehrlich, wir kennen ihn und wir bürgen für ihn. Bitte geben Sie ihm eine Chance“ – lautete unsere Aufruf im Internet und die Suche hatte nun Erfolg. Eine Ferienhausvermieterin aus der Lüneburger Heide meldete sich bei uns und bot ihm ein Zimmer an – kostenlos den ganzen Winter lang. Klasse Aktion!

https://www.youtube.com/watch?v=DcrOBou6rXY&list=UUWbqAhkZlc-5P2_rEJtcXkg (Video Vorjahr)

Gerettet vor der Kälte

Pünktlich zum Umzug (15.12.) fing es dann auch noch an zu schneien und damit allerhöchste Zeit für ein warmes Bett. Gut 8 Grad Minus waren es in der Nacht zuvor und kaum vorstellbar, dass Jemand bei diesen Temperaturen noch draußen schläft. Christians Handtuch war steif gefroren. „Es geht immer ein Stück weit des Lebens da kaputt mit den Sachen“, erklärt Christian den Leuten vom Fernsehen.

Die waren über Nacht quasi spontan hinzu gekommen, alles ohne Vorlauf, der wohl spontanste Dreh auch unserer Projektgeschichte.

Die Bilder und Berichte sollen Menschen inspirieren selbst auch Leute unterzubringen und sei es nur für den Winter – jedes Bett zählt und weil unsere Iglus eben auch nur eine Notlösung sind – ein Erfrierungsschutz für die Nacht.

Über die Stadtteilpaten suchen wir nun neue Flächen überall in der Stadt. Rückmeldungen gab es bis aus Harburg, wo wir im Januar weitere Iglus aufstellen werden. Auch Vertreter der Stadt, des Bezirksamts Eimsbüttel, der Caritas, der Werbewirtschaft und auch eines der größten Immobilienverwalter der Stadt haben Interesse bekundet und prüft derzeit noch weitere Flächen für die Aufstellung der Iglus ab Januar und bis dahin stehen unsere Iglus an besonders versteckt liegende Orten, dort wo keine Stadtreinigung so einfach hinkommt.

NDR Bericht Teil 2 (Hamburg Journal vom 22.12.) und weil wir wissen wollten, wie es Christian denn so geht nach seiner ersten Nacht im Warmen? Als wir ihm am Tag danach besuchten wirkte er ausgeruht und glücklich und ich denke, er hat da etwas ganz Wunderbares gefunden – oder besser gesagt – das Wunderbare fand ihn – denn so etwas kann man nicht planen, wer sich meldet und was daraus wird und wir sind sehr dankbar, für Menschen und Momente wie diese.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Von-der-Platte-in-die-Pension-Obdachloser-zieht-in-Winterbleibe,hamj130134.html

Christian spielt ja auch Fussball – jeden Morgen – trotz Obdachlosigkeit. Es ist eines der Rituale, die er sich bewahrt hat, wie auch das Zähne putzen und das Kochen. Wir sind sehr gespannt, wie er die Umstellung von Zelt auf Wohnung dann meistert und was am Ende dadurch entsteht. Der NDR hat großes Interesse bekundet die Geschichte auch länger zu begleiten, im Frühjahr vielleicht noch einmal wiederzukommen und zu schauen, wie es ihm dann geht und was aus ihm wurde.

Wir freuen uns sehr über diese Möglichkeit, denn solche Dinge sind auch ein Motor, ein Ansporn den Kurs zu halten. Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen und ist die Geschichte erstmal versendet, kann auch das beflügeln wieder mehr an sich und sein Glück zu glauben. Ich kenne dieses Gefühl. In den alten Modus von damals nicht zurückfallen zu wollen und schon deshalb alles daran zu setzen den neu errungenen Erfolg auch zu bewahren.

Das wünschen wir uns für Christian. Dass er bewahrt, was er bekam.

Runter von der Straße. Christian ist überglücklich!

https://www.t-online.de/region/hamburg/id_100098122/frau-nimmt-obdachlosen-bei-sich-auf-nach-fast-20-jahren-auf-der-strasse.html

Christians erster Moment im Warmen. Ein Bett, ein Bad, eine eigene Küche ganz für sich. Das ist mehr als Christian zuletzt hatte. Fast 20 Jahre lebte der 40-Jährige zuletzt ohne Wohnung.

Weihnachten im Warmen

Und ich bin ja immer ganz happy, wenn ich Menschen zusammenbringen kann – wie in dem Fall Christian und seine neue Vermieterin Julia – hier am Tag des Umzugs vom Zelt in die Pension am 15.12.2022. Der NDR hat die Aktion spontan begleitet – quasi über Nacht kam der Dreh zu Stande – so kurzfristig wie noch nie (bei uns) und wenn diese Bilder mithelfen, dass viel mehr Menschen noch auf Wohnungslose zugehen, ihnen ein Angebot machen und/oder Chancen vergeben, dann ist auch damit ganz viel schon bewirkt. „Tut es Einer, tun es Viele“ und dann wäre ganz vielen Menschen schon geholfen.

Wir danken Julia und Merlin, dem NDR, Gregory von T Online, Rasmus Gerlach und den Kollegen von Hamburg 1, Birgit Kohl und Andrea Güth für ihren beherzten Einsatz auch am Tag nach dem Einzug. Die Bilder kommen demnächst noch. Ganz großen Dank an Alle.

www.Hamburger-Obdachlose.de

Spendenlink: https://www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=MV9MDK6KVGY7L

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