Gefährlicher Schulweg durch Bauarbeiten: An der Sternstraße rollten Eltern dagegen den roten Teppich aus. Foto: pr

Starke Aktion der Eltern an der Grundschule Sternschanze

Von Dirk Andresen. Wann machen Eltern sich richtig Sorgen? Genau – wenn es ihren Kindern nicht gut geht. Noch schlimmer indes wird es, wenn ihre Kinder selbst sich Sorgen machen – oder sogar Angst haben. So wie es an der Grundschule Sternschanze offensichtlich der Fall ist. Fast 80 Prozent der Kinder dort gaben bei einer Umfrage kürzlich an, dass ihr Schulweg unsicher ist. Ein nicht zu überhörendes Alarmzeichen für die betreffenden Eltern, die jetzt mit einer starken Aktion auf die Gefahren des Schulweges ihre Kinder hinwiesen und – auch kurzfristig – Polizei und Behörden zum Handeln animieren wollen.

Hintergrund: Weil in der Sternstraße einige Häuser renoviert werden, wurde dort eine doppelte Fußwegquerung jeweils vor und hinter der Baustelle eingerichtet. Diese befindet sich als „Sondernutzung“ größtenteils allerdings auf öffentlichen Flächen wie Gehweg sowie Fahrbahn – und stellt damit aus Sicht des Elternrates ein „großes Sicherheitsrisiko für den Schulweg zur Grundschule Sternschanze dar, da die zu kreuzenden Straßen sowie zugeparkte Überwege für die Vorschul- und Erstklässler am Standort Ludwigstraße kaum einsehbar sind.“

Um zu zeigen, wie es viel besser und vor allen Dingen deutlich sicherer geht, richtete die Initiative „Roter Teppich für Kinder“, in der etliche Schulen aus Altona und Eimsbüttel engagiert sind, mit Unterstützung der Polizei eine Schulstraße an der Grundschule Sternschanze ein. Diese wurde zeitweilig sogar ganz gesperrt. Vor Schulbeginn rollten besorgte Eltern dann sogar sehr symbolträchtig einen roten Teppich für die Lütten aus, wie er sonst nur Staatsoberhäuptern und königlichen Herrschaften vorbehalten ist.

Polizei und Verwaltung sollen schnell handeln

Julia Schenk von der Initiative erklärt, warum: „Wir wollen nachdrücklich darauf aufmerksam machen, dass Kinder auch im Hamburger Straßenverkehr täglich gefährdet sind. Und wir hoffen, mit der Aktion noch deutlich mehr Eltern für unsere Sache zu gewinnen.“

Ziel sei es zudem, endlich eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und Polizei und Verwaltung schneller zum Handeln zu bringen. Schenk fordert speziell Lokalpolitiker und die Verantwortlichen der Sicherheitskräfte zu mehr Tempo im Kampf für sicherere Schulwege auf: „Die Bedürfnisse unserer schwächsten Verkehrsmitglieder müssen viel mehr in den Fokus gerückt werden.“ Dabei will man offenbar auch nicht mehr bis zum St. Nimmerleinstag warten. „Wir wollen die Altonaer Bezirkspolitik und die Polizei dazu bringen, Dinge kurzfristig so zu ändern, dass die Sicherheit unserer Kinder deutlich verbessert wird.“

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