Entstand im WG-Zimmer des Künstlers und nahm im Schaffensprozess fast den gesamten Raum ein: Florian Wieses Werk „23qm“. Foto: Florian Wiese

Florian Wiese stellt im Karoviertel aus

Von Maren Langenbach. „23 qm“ beeindruckt den Betrachter. Es ist der Name des raumgreifenden Bilds des Hamburger Künstlers Florian Wiese, benannt nach der Größe des Raums, in dem es ab Dienstag, 13. Dezember, in der Galerie Farbwerke M6 im Karoviertel zu sehen ist. Und nicht nur seine imposante Größe zieht den Betrachter in seinen Bann, auch die vielen Details, die zuweilen leicht, dann aber auch etwas bedrückend und Fragen aufwerfend daherkommen.

Menschen in Erdlöchern, buddelnd, grabend, vor sich hin grübelnd. Wieder andere meditieren oder schlafen, einer schaut sich um. Doch jeder scheint für sich, in seinem eigenen Kosmos, deutlich abgegrenzt, hat sie oder er nichts mit den anderen gemein. Für die Außenwelt aus quietschbunten Mosaiken interessiert sich niemand. So oder auch ganz anders könnte man „23 qm“ sehen, eine Interpretation gibt der Künstler nicht vor.

Kulturwissenschaften in Lüneburg studiert

„Ich finde es spannend zu hören, wie das Bild bei anderen ankommt“, so der 28-Jährige, der erst vor zweieinhalb Jahren mit seiner Kunst begann. Ganz für sich, zurückgezogen in seinem WG-Zimmer in Eidelstedt, wo auch „23 qm“ entstand. „Dass ich die letzten Jahre für mich gearbeitet habe liegt daran, dass ich mich meiner Kunst nähern wollte. Thematisch genauso wie handwerklich“, erklärt der Wahlhamburger, der einen Bachelor in Kulturwissenschaften hat.

„Man ist ja nie am Ziel, aber so langsam habe ich das Gefühl, den Anfang eines Weges gefunden zu haben, den ich gehen möchte.“ Geboren in Eutin, zieht er als kleines Kind mit seiner Familie nach Burg in Dithmarschen, später nach Uetersen. Nach der Schule absolviert Wiese eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker, bevor er nach Lüneburg an die Uni geht. Dass es nun die Kunst ist, die sich genau richtig anfühlt, ist für ihn nur eine logische Folge seines bisherigen Weges: „Beim Handwerk fehlte mir der geistige Part und beim Kulturwissenschaftsstudium das Handwerkliche. Am Ende meines Studiums 2019 stellte sich die Frage ,Was nun?‘“

Florian Wiese fühlt sich frei, nach den Lehrjahren nun sein eigenes Ding zu machen. Aus ab und zu wird ein ständiges Malen. Warum gerade malen? „Der Gedanke war halt da, ich habe das nie hinterfragt. Ich will Maler sein, das reicht fürs Erste. Was mir das Malen bedeutet? Klingt vielleicht ein bisschen blöd, aber ich habe dabei das Gefühl, dass es Sinn macht – das hatte ich vorher nicht.“

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