Laternenumzug Anfang November: So demonstrierten Kinder, Eltern, Erzieher und Unterstützer für den Erhalt der Kivi. Foto: pr:

Spektakulärer Plan der Eimsbütteler Linken wird jetzt vom Bezirksamt geprüft

Dirk Andresen, Eimsbüttel

Zwei Villen sorgen in Eimsbüttel seit Jahren für Schlagzeilen – meistens für unschöne. So tobt zum einen ein juristischer Streit um die Villa Lupi im Heußweg. Das ehemalige Kulturzentrum, dass der Sylter Immobilienmakler Matthias Haase per Erbpacht durch die Stadt nutzt, soll inzwischen zweckentfremdet worden sein – angeblich hausen dort Dutzende ausländischer Arbeitskräfte zu horrenden Mietkonditionen (das Elbe Wochenblatt berichtete). Und dann ist da noch die Kindervilla Fruchtallee. Diese vorbildliche Inklusionskita soll nach dem Willen des Kirchenvorstandes der Christuskirche das der Kirche gehörenden Gebäude 2024 räumen. Jetzt allerdings wird ein Plan geschmiedet, der die Schwierigkeiten beider Problemhäuser auf einen Schlag löst.

Kinderechte haben Vorrang vor
kleinkarierten Streitereien
Peter Gutzeit,
Linke Eimsbüttel

Die Initialzündung dazu kommt von den Linken in der Eimsbütteler Bezirksversammlung, die mit ihrer spektakulären Idee gleich einen Treffer landeten. Denn einstimmig stimmte jetzt der Kerngebietsausschuss der Bezirksversammlung dem Linken-Antrag zu, zu prüfen, ob die Villa Lupi als neues Zuhause für die von der Kündigung gebeutelte Kindervilla in Frage kommt.

„Da die Villa Lupi durch Streitigkeiten zwischen Stadt, Nutzer und Pächter langsam vor sich hingammelt, stellt die Linksfraktion die Frage, „ob dieses schöne Gebäude, hinter dem sogenannten IDUNA-Haus und dem Fanny-Mendelssohn-Platz, nicht einer vernünftigen Nutzung durch die Kindervilla zugeführt werden kann. Die dafür benötigten finanziellen Mittel für Renovierung und Sanierung könnten durch das reichgefüllte Horn der Bezirksversammlung Eimsbüttel kommen“, heißt es in dem vom Ausschuss befürworteten Antrag.

Peter Gutzeit von den Linken wird noch konkreter: „Jetzt sollte die Stadt ihr Eigentumsrecht an der Villa Lupi wahrnehmen und sich nicht am Nasenring durch die Manege der Streithähne führen lassen. Kinderrechte haben Vorrang vor kleinkarierten Streitereien. Die Kindervilla, die gerade mit dem Holger-Hanisch-Preis für ihr couragiertes und soziales Handeln geehrt wurde, benötigt dringend die Räumlichkeiten, weil leider ein paar unbarmherzige Christen aus Eimsbüttel den Mammon über die Menschlichkeit stellen.“

Die vom Kerngebietsausschuss mit der Prüfung dieses Planes beauftragte Bezirksamtsleitung um Amtschef Kay Gätgens jedenfalls scheint zumindest nicht abgeneigt, ließ auf Anfrage des Elbe Wochenblatts erklären: „Beschlossen wurde ein Prüfantrag, den die Verwaltung jetzt umsetzt und anschließend über das Ergebnis im Ausschuss berichtet. Insofern kann die Bezirksamtsleitung noch keine inhaltliche Stellungnahme abgeben.“ Eine Absage jedenfalls hört sich anders an …

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