Bisher noch eine grüne Wildnis. Bis hier die Baufahrzeuge anrollen, wird es noch mindestens zwei Jahre dauern. Foto: PR

Von Jörg Marwedel.

Die Bebauung der großen Freifläche an der Suurheid in Rissen stockt weiter. Und zwar so, dass die Bürgerschaftsabgeordnete Anke Frieling (CDU) es kaum noch nachvollziehen kann: „Es werden immer neue Begründungen geliefert, warum dort, wo schon lange gewohnt werden sollte, immer noch Brachland ist“, sagt sie in einer Erklärung.
Der erste Bauabschnitt mit 77 Wohnungen für etwa 300 Geflüchtete und 62 frei finanzierte Wohnungen war schon 2018 abgeschlossen worden. Doch der zweite Teil mit 26 Mehrfamilien- und 80 Reihenhäusern mit guter Ausstattung und Mieten um zehn Euro pro Quadratmeter hat noch immer nicht begonnen. Frieling hatte das schon vor mehr als einem Jahr als „Verschleppung“ kritisiert. Ursache: Unter anderem die Suche nach Blindgängern aus dem 2. Weltkrieg und der Bau eines aufwendigen Regenrückhaltesystems.
Fragt man beim städtischen Wohnungsbauunternehmen SAGA nach, erhält man von Sprecher Gunnar Gläser folgende Antwort: Die SAGA bereite die Ausschreibung und Vergabe an den Generalübernehmer aktuell vor. Nach derzeitigem Planungsstand sei ein Baubeginn für das vierte Quartal 2024 vorgesehen.

 

Anke Frieling Foto: Tobias Koch

Die Verzögerungen des städtebaulichen Konzepts habe sich nach „Umplanungen zugunsten des Erhalts der Bestandsbäume und notwendige Anpassungen an Vorgaben der Verkehrsdirektion“ ergeben.
Was heißt: Vor allem die geplante Brücke anstelle des S-Bahn-Übergangs an der Straße Sieversstücken macht erhebliche Probleme. Die offenbar komplizierte Brücke ist Bestandteil des Bürgervertrag zwischen der Bürgerinitiative „Vorrang für Integration und Nachhaltigkeit in Rissen“ (VIN-Rissen) und dem Hamburger Senat. Erst im Mai hatte die Bezirksversammlung Altona betont, dass die „positiven Effekte dieser neuen Querung vor allem den Schulkindern, aber auch den Rettungsfahrzeugen bei den Anfahrt zum Westklinikum Rissen zu Gute kommen“ würde.
Offenbar hat die Brücke so ihre bürokratischen Tücken: Nach der jüngsten Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes müssten der Bund und die Deutsche Bahn den Hauptteil der Kosten tragen, Hamburg nur ein Sechstel. Aber das setzt einen behördlichen Marathonlauf in Gang. So hat die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) damit beauftragt, eine Machbarkeitsstudie inklusive einer Entwurfsplanung und Kostenrechnung durchzuführen. Die soll endlich demnächst vorliegen. Erst dann kann mit der Deutschen Bahn und dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr das weitere Vorgehen abgestimmt werden.
Außerdem gibt‘s das Geld vom Bund nur, wenn man die bestehende Wegeverbindung im Verlauf der Straße Sieversstücken verlagert. Das aber unter Beachtung der Anforderungen an die Barrierefreiheit, möglichst weniger Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet und Beachtung der Schulwege.

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