Der „Froschteich“ ist aus dem früheren „Pädagogischen Mittagstisch“ in der Thielenstraße hervorgegangen. Foto: Klabuster

Der Kinderhort „Froschteich“ hat mittlerweile auch einen Elterntreff

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg

Für die ganz Kleinen gibt es die Kita, ab dem Teenageralter kann man nachmittags das Haus der Jugend besuchen. Doch wer kümmert sich um Wilhelmsburgs Grundschulkinder, wenn zuhause niemand auf einen wartet oder wenn die Betreuung im Elternhaus schlichtweg nicht ausreicht? Seit rund 15 Jahren existiert im Wilhelmsburger Bahnhofsviertel der Kinderhort „Froschteich“, dessen Angebot sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren richtet.

Bereits morgens ab 6 Uhr werden hier hungrige Mäuler mit leckerem Frühstück versorgt, bevor sich Kinder und Betreuer gemeinsam auf den Schulweg machen. Nachmittags hat das Haus – früher in der Thielen-, jetzt in der Korallusstraße – zwischen 16 und 19 Uhr geöffnet. Zum Angebot gehören Nachhilfe und Hausaufgabenhilfe, Kochen und Backen, Sport, Tanz und Bewegung, Schwimmen, Musikunterricht, Gärtnern und der Umgang mit Smartphone und Computer. Freitags (an diesem Tag beginnt die Nachmittagsbetreuung schon um 13 Uhr) ist die Einrichtung besonders gefragt: Bis zu 60 Kinder sind dann gleichzeitig da.

Außerdem gibts ein sehr gut besuchtes Ferienprogramm. „Kinder in diesem Alter haben es nicht leicht damit, etwas zu finden, wo sie nachmittags hingehen können“, sagt Silvia Cihak, von ihren Mitarbeitern kurz „Muck“ genannt. „Für diese Kinder sind wir da.“

Infolge des gestiegenen Interesses hat sich der Hort mittlerweile zu einer Art Eltern-Kind-Zentrum weiterentwickelt: Auf dem Stundenplan stehen neuerdings eine Frauensport- und eine Deutschlerngruppe. An zwei Tagen in der Woche gibt es zudem einen festen Elterntreff-Termin. Weiterhin wurde ein Notzimmer für Frauen mit Kindern eingerichtet, das Schutz vor häuslicher Gewalt bieten soll.

Für diese Zusatzangebote bekommt der „Froschteich“, der ansonsten von der Schulbehörde unterstützt wird, keinerlei Extragelder. „Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Sponsoren“, berichtet Cihak. Derzeit arbeiten im „Froschteich“ fünf angestellte Betreuerinnen und Betreuer mit, dazu kommen nach Bedarf Honorarkräfte und Praktikanten. „Ich kann das alles nur leisten, weil ich ein perfektes Team habe“, sagt
Silvia Cihak.

 

Ganztagsbetreuung

An Hamburger Schulen ist die Betreuung für Kinder bis 14 Jahre zwischen 8 und 16 Uhr kostenlos (Ausnahme: Vorschulklassen). Laut Schulbehörde liegt die Beteiligungsquote im Ganztagsbereich bei 85 Prozent, das heißt, die meisten Schüler werden betreut. Nach 16 Uhr kostet die Betreuung Gebühren. Je nach Familieneinkommen sind Ermäßigungen möglich. Die Betreuung im „Froschteich“ ist dagegen großteils kostenfrei.
Weitere Betreuungsmöglichkeiten für Schulkinder und deren Familien gibt es laut Bezirkssprecherin Sorina Weiland bei den Elternschulen, so etwa im Bildungszentrum Tor zur Welt in der Krieterstraße. Diese Angebote sind für Kindergarten- und Grundschulkinder gedacht.

 

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