Eine Laterne, die am Samstag bei der Kivi-Demo zum Einsatz kommen wird. Foto: pr

Eimsbüttels Inklusionskita: Eltern, Erzieher, Kinder und Unterstützer demonstrieren für Erhalt

Dirk Andresen, Eimsbüttel

Sie kämpfen seit Jahren für ihren Traum von einem Ort, an dem Kinder mit Behinderungen gemeinsam mit anderen Kindern lernen, spielen und aufwachsen. Bisher ganz normal in der Kindervilla Fruchtallee (KiVi), in der seit 1991 an der Christuskirche Kinder mit und ohne Entwicklungsauffälligkeiten vom Krippenalter bis zur Vorschule gemeinsam nach dem Prinzip der Inklusion betreut werden. Doch die Lage dort ist bedrohlich, inzwischen fast verzweifelt.

Weil die Eigentümerin der Villa, die Kirchengemeinde Christuskirche, den bis 2024 laufenden Mietvertrag partout nicht noch einmal verlängern will (das Elbe Wochenblatt berichtete). Begründung: Man wolle dort eigene soziale Projekte aufziehen und betreuen – welche allerdings genau, darüber wird bisher geschwiegen. Selbst die mit an einen runden Tisch geholte Sozialbehörde und das Bezirksamt konnten bei den Gesprächen mit dem Verein Kindervilla Fruchtallee bisher nicht vermitteln – was wiederum Eltern, Erzieher und Freunde des Vereins auf die Palme bringt.

Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, fordern jetzt zudem in einer Petition die Kirchenverantwortlichen auf, ihrer sozialen und wohltätigen Verantwortung gerecht zu werden: „Wir appellieren an die Verantwortung der Kirche: Lassen Sie nicht zu, dass eine erfahrene inklusive Gemeinschaft zerfällt. Wir fordern die aktive Unterstützung der Politik und der Sozialbehörde bei der Forderung, so lange in der KiVi bleiben zu können, bis wir eine nachhaltige Alternative gefunden haben.“

Anastazja Hüer, deren Tochter Tilda seit Jahren in der Kindervilla happy ist, zum Thema Entschlossenheit bei Elternschaft und Unterstützern: „Wir kämpfen für die KiVi, solange es nötig ist.“ An diesem Samstag, 5. November, besonders laut und leuchtend auf dem Else-Rauch-Platz: um 16.30 Uhr beginnt dort die Demo samt Laternenumzug für den Erhalt der Kindervilla, ab 17 Uhr marschiert der Protestzug dann über den Stellinger Weg, Osterstraße, Eppendorfer Weg, Weidenstieg bis zur Christuskirche, wo ab 18 Uhr dann die Abschlusskundgebung beginnt. An der übrigens auch möglichst viele Kinder teilnehmen werden. KiVi-Leiterin Sabine Maus: „Auch das haben wir gelernt: Man kann Kindern gar nicht früh genug beibringen, für ihre Rechte zu demonstrieren.“

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