Bange Wochen sind für Karstadt Harburg angebrochen. Foto: Kreller

Von den fünf noch vorhandenen Filialen in Hamburg soll angeblich nur das „Flaggschiff“ in der Mönckebergstraße erhalten bleiben

Andreas Göhring, Harburg

Jetzt droht dem Galeria-Karstadt-Haus in Harburg das endgültige Aus. Der Warenhauskonzern hat Anfang der Woche ein weiteres Insolvenzverfahren in Eigenregie beantragt. Angeblich sollen 40 der bundesweit noch 131 Standorte von Galeria Karstadt Kaufhof geschlossen werden. Die Entscheidung soll aber erst nach dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft getroffen werden.

Doch schon jetzt geht zum Beispiel die Immobilienzeitung davon aus, dass von den fünf noch vorhandenen Filialen in Hamburg nur eine erhalten bleiben soll – nämlich das „Flaggschiff“ in der Mönckebergstraße. Für Harburg sieht es demnach nicht gut aus. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat eine extrem belastende Zeit der Ungewissheit begonnen.

Schon 2010 gab es erste Warnungen, die den Fortbestand des Harburger Kaufhauses in Frage stellten. Nach einem ersten Aufschrei gab es in der Bezirkspolitik bald Überlegungen, die Fläche für ein weiteres Shopping-Center zu nutzen, das dann nicht von einem Konzern, sondern mehreren Einzelunternehmen „bespielt“ werden sollte. Man war sich allerdings darüber im Klaren, dass so ein Umbau mindestens fünf Jahre dauern könnte.

Wenig später sorgte das Planungsbüro Elbblick mit einem Masterplan für die Harburger Innenstadt für weitere Diskussionen. Der Vorschlag: Zwischen Karstadt und einem neuen Harburg-Center könnte Harburgs neue „vitale Mitte“ entstehen, die sich bis an die Buxtehuder Straße ziehen sollte. 2019 lobte Heinrich Wolke vom Harburger Immobilienbüro Imentas in einem Interview diesen Plan, sagte aber auch: „Das ist ein ganz besonders dickes Brett.“ Leider sei die Achse zwischen Karstadt und B73 einst „so kompliziert“ gebaut worden, das heute alles mit allem zusammenhängt.

Nur ein Jahr später wurde es für Karstadt-Harburg wieder ernst. Doch irgendwie überstand die Filiale dieses Insolvenzverfahren – wenn auch schon ziemlich abgespeckt. Wichtige Kundenmagnete wie die Lebensmittelabteilung im Untergeschoss wurden dichtgemacht.
Nun droht – mehr denn je – das Aus. Für die Belegschaft wäre es bitter. Für die Harburger Innenstadt könnte es neue Chancen geben.

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