Nach einem Training: Andreas Lietzow (v.l.), Martina Wasgindt-Laval, Nina Heuer, Tanja Lietzow, Bettina Jacob Ebbinghaus, Kai Ramuschkat und Jessica Büchner. Nicht im Bild: Yvonne Remmers, Christine Causemann und Andreas Cassau. Foto: Wittenburg

Sinnvoll mit dem Hund unterwegs: „Personenspürhunde Hamburg und Niedersachsen“ trainieren viermal pro Woche

W. Wittenburg, Süderelbe

Wenn es darum geht, verschwundene Menschen wieder ausfindig zu machen, sind Personenspürhunde, auch Mantrailer genannt, wichtige Helfer. Neben Hilfsorganisationen bilden auch Vereine Suchhunde für den Einsatz aus. Diese Vierbeiner können dann im Notfall von der Polizei angefordert werden. Seit einem Jahr trainieren Gründer Andreas Lietzow und zehn weitere Mitglieder mit ihren insgesamt zwölf Hunden in ihrem Verein „Personenspürhunde Hamburg und Niedersachen“ in Süderelbe.

So ein Personenspürhund hat die Aufgabe, eine bestimmte Person anhand ihres individuellen Geruchs zu verfolgen und aufzuspüren, sowohl in der Stadt als auch in natürlicher Umgebung. In Lietzows Verein dauert die Ausbildung eines Hundes in der Regel drei, mindestens aber zwei Jahre. Am Ende der Ausbildung ist eine Prüfung durch den übergeordneten Bundesverband zertifizierter Rettungshundestaffeln BZRH zu bestehen, danach erfolgt eine Sichtung bei der Polizei und dann werden Halter und Hund gelistet.
Extrem guter Geruchssinn des Hundes

Ein ausgebildeter Mantrailer ist in der Lage, auch ältere Spuren zu verfolgen. „Wenn man sich ein kariertes Din-A-4-Blatt vorstellt, dann bildet ein Kästchen das Riechvermögen des Menschen, alle Kästchen auf der Seite aber den besonders guten Geruchssinn eines Hundes ab“, erklärt Andreas Lietzow. Er ist seit zwölf Jahren in der Arbeit mit Rettungshunden aktiv, war in anderen Vereinen engagiert, vermisste dort aber Freiheiten und gründete deshalb im August 2021 seinen eigenen Verein.

„Das war viel Arbeit und der Zulauf war immens, aber nun können wir unsere Schwerpunkte selbst setzen“, sagt Lietzow, der im ersten Halbjahr 2021 in seiner vorigen Hundestaffel auf 56 Einsätze kam. „Mit Hunden kann man viel anstellen, wir wollen etwas Sinnvolles leisten und das verbindet uns.“ Eine Besonderheit in Lietzows Verein: Ein Mensch kann auch zwei Hunde gleichzeitig ausbilden, das geht in vielen anderen Vereinen nicht.
Welche Voraussetzungen muss ein Hund mitbringen? Theoretisch könnten das auch Mops oder Zwergpudel, aber hier gilt laut Lietzow die Faustegel: Je größer die Nase, umso besser der Geruchssinn. Der jüngste Hund, Langhaar Weimaraner Faye, ist erst 21 Wochen alt und hat gerade die Ausbildung begonnen. Älter als drei Jahre sollte ein Hund bei Ausbildungsbeginn nicht sein.

Für den menschlichen Teil des Teams gilt: Auch Familie und Arbeitgeber müssen mitspielen, denn dieses Hobby kostet viel Zeit: Viermal in der Woche treffen sich die Mitglieder zum Training, manchmal dauert ein Trail sogar sechs Stunden. Dazu kommen noch Einsätze.

 

Mitmachen erwünscht!

Einsatzfreudige Mitglieder, die Aufgaben vom Hundeführer bis zum Suchtrupphelfer übernehmen oder mit Geld- oder Sachspenden unterstützen wollen, werden gesucht: Der Vereinsbeitrag beläuft sich auf 120 Euro im Jahr. Eine Mitgliedschaft läuft erst einmal sechs Monate auf Probe. Kontakt und Informationen per E-Mail an
info@psh-hamburg-niedersachsen.de – Andreas Lietzow ist unter Tel. 0173 825 14 40 zu erreichen.

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