Gesa von Staden weist auf zugeklebte Scheiben der Villa Lupi. Sie fühlt sich durch unerwünschte Beobachter, die nachts in ihren Garten und ihre Fenster schauen, extrem belästigt. Foto: Dirk Andresen

Anwohner berichten über unfassbare Zustände: Müllhaufen, Ratten und Joints im Garten

Dirk Andresen, Eimsbüttel

Weiter Ärger am Heußweg: Der Vorstoß mehrerer Lokalpolitiker, aus der Villa Lupi wieder eine Begegnungsstätte für Kunst- und Kultur im Stadtteil zu machen (das Elbe Wochenblatt berichtete), ruft jetzt Anwohner und Betroffene auf den Plan.

Gesa von Staden, die eine Eigentumswohnung direkt an der Grundstücksgrenze zur Villa Lupi bewohnt, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Sylter Immobilienmakler Matthias Haase, der 2018 den Erbbaurechtsvertrag von seinem Vater Heinrich Haase erbte.
Von Staden beschuldigt den Erbpächter, aus der Villa eine Art finanziell höchst attraktive Massenunterkunft für ausländische Monteure und Arbeiter gemacht zu haben, anstatt – wie im Vertrag mit der Stadt vereinbart – ein Kulturzentrum.

„Seit 2001 wird die Villa von einer unüberschaubaren Anzahl von Männern bewohnt“, so von Staden, die inzwischen zu einer Art Sprecherin der Anwohner geworden ist. „Alle Fenster sind zugeklebt. Bei einer Begehung mit dem für das Erbbaurecht eingesetzten Verwalter sahen wir Etagenbetten in jedem Zimmer, auf zwölf Quadratmeter teils zwei Betten für vier Leute. Und: Allein im Haupthaus gibt es acht Zimmer und drei Bäder, in den Anbauten noch diverse Zimmer. Die Bewohner werfen regelmässig ihre Zigarettenkippen und aufgerauchten Joints auf mein Grundstück. Dazu kommt, wir haben hier inzwischen eine Rattenplage, weil monatelang Müllhaufen sich direkt am Gebäude stapelten.“

Erbpächter Haase habe ihr nach einem Beschwerdeanruf einen sofortigen Rückruf versprochen, weil er gerade sehr beschäftigt sei. Von Staden: „Das war im Februar 2020. Auf den Anruf warte ich bis heute.“ Auch vom Bezirksamt fühlt sie sich im Stich gelassen: „Ich habe mich dort über von der Fassade der Villa Lupi herabfallende Fassadenbrocken beschwert, die mir in meinem Garten durchaus auf den Kopf hätten fallen können. Doch statt mir zu helfen, bekam ich vom Bauprüfungsamt eine Duldungsverfügung, laut der ich Haase und seinen Leuten jederzeit Zugang zu meinem Grundstück gewähren sollte, an der Fassade sollte ebenfalls nichts Entscheidendes gemacht werden. Erst als ich mich weiter oben sehr nachdrücklich beschwerte, bemühte sich die zuständige Bauprüferin samt ihrer Vorgesetzten in meinen Garten um sich ein Bild zu machen. Und siehe: Die Duldungsverfügung wurde aufgehoben und plötzlich soll auch die Fassade repariert werden.“

Am meisten ärgert Gesa von Staden, mit welcher „Dreistigkeit Haase offenbar horrende Mieten aus dem Objekt schlägt – und die Stadt bisher mehr oder weniger tatenlos zusieht, wie die Villa immer weiter ihrem ursprünglich vorgesehenen Zweck entfremdet wird. Da kann man doch schon auf die Idee kommen, dass sich dort der eine oder andere die Taschen voll macht.“

Haase selbst jedenfalls sieht keine Veranlassung, die Vorwürfe gegen ihn momentan auszuräumen. „Ich befinde mich wegen der Villa in einem Rechtsstreit und möchte derzeit gar nichts zu dem Thema sagen“, erklärte er gegenüber dem Elbe- Wochenblatt. Hintergrund sind offensichtlich die Verfahren wegen „ungenehmigter Nutzung“ und „baulicher Mängel“ der Villa, die das Bezirksamt gegen ihn anstrengte. Klarstellung oder gar Aufklärung über die beschriebenen Zustände – das geht eindeutig anders.

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