Bezirkspolitiker fragen sich: Was passiert bei extremem Starkregen wie im Ahrtal mitdem Elbhang, zum Beispiel in Blankenese? Foto: Panthermedia

CDU Altona fordert Starkregen-Simulation und zentrale Stelle für den Starkregenschutz bei der Verwaltung

Gaby Pöpleu, Blankenese

„Blankenese an der Ahr?“ ist eine Pressemitteilung der Altonaer CDU-Fraktion überschrieben. Darin enthalten: das Schreckensszenario aus dem Ahrtal: „In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli wälzen sich gewaltige Wassermassen durch das Ahrtal, über 130 Menschen verlieren ihr Leben, hunderte Häuser wurden zerstört, tausende Menschen verloren ihr Hab und Gut.“ Das ist auch in Hamburg möglich, sagen die Altonaer Christdemokraten. Ihre Forderungen: eine zentrale Stelle bei der Stadtverwaltung muss her, die sich mit der Verhütung solcher Schäden durch Starkregen befasst und für den Schutz der „kritischen Infrastruktur“ sorgen soll. Und eine Starkregensimulation für den Bezirk Altona.

„Ein mit der Ahrtal-Katastrophe vergleichbares Starkregenszenario ist auch in Hamburg möglich“, glaubt Kaja Steffens, Sprecherin der Altonaer CDU-Fraktion im Umweltausschuss. Um die Gefahr abzuschätzen, bräuchte man eine Starkregensimulation für den Bezirk. Bisher gibt es eine solche nur für andere Hamburger Gebiete. Besonders seien die Elbhänge in Blankenese und Oevelgönne mit dem Treppenviertel, dem Süllberg und Steigungen von 15 Prozent wie am Waseberg von Wassermassen bedroht: Bei Starkregen drohten sie abzurutschen. Diese Gefahr müsste besonders geprüft werden.

Umweltbehörde: zentrale Verwaltungsstelle unnötig

Eine zentrale Behördenstelle, die sich mit der Gefahr durch Starkregen befasst, sei nicht nötig, heißt es dagegen aus der Umweltbehörde, es gebe schließlich seit Ende 2020 die „Stabsstelle Klimafolgenanpassung/Regeninfrastrukturanpassung“ (RISA) und Mitte 2021 hätten die „RISA-Leitstelle“ und Anfang 2022 das „Kernteam Starkregenvorsorge“ ihre Arbeit aufgenommen. Mit den Bezirken arbeite man einwandfrei zusammen und bilde die Mitarbeiter in Sachen Starkregen fort.

Den Christdemokraten reicht das nicht: Sie fürchten weiter eine „Katastrophe mit Ansage“. Man wisse beispielsweise nicht, ob Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser und Stromversorger durch die Ansammlung von Wassermassen bei ihrer Arbeit behindert würden. So könnte die im Untergeschoss gelegene Notaufnahme des Krankenhause Altona oder das in einer Senke des Akeleiweges gelegene Energieunternehmen – und natürlich der Elbtunnel – überflutet werden. Darauf müsse man vorbereitet sein. Und dafür brauche man eben eine Simulation und eine zentrale Stelle – eine Argumentation, der inzwischen auch die anderen Bezirksfraktionen folgen und einen entsprechenden CDU-Antrag unterstützten, der die Umweltbehörde noch einmal zum Handeln auffordert.

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