Reingucken kann man – von der Benutzung wird allerdings abgeraten: das vor gut 20 Jahren errichtete Toilettenhäuschen am Helmuth-Schack-See. Foto: cvs/Archiv

Kaputtes WC am Schack-See: Bezirksamt findet keinen neuen Betreiber

Ch. v. Savigny, Osdorfer Born

Für viele Parkbesucher kommt es geradezu einem Armutszeugnis gleich: Seit einer halben Ewigkeit – genauer: seit rund 17 Jahren – ist die öffentliche Toilette im Bornpark außer Betrieb. Von Vandalen verwüstet, kurz und klein geschlagen, mit Graffiti beschmiert – das WC-Häuschen am Ende des Böttcherkamps gleicht schon seit Langem nur noch einer traurigen Ruine. Und dabei wird es laut Bezirksamt Altona wohl auch bleiben. „Sollte sich nicht kurzfristig doch noch eine Finanzierungsmöglichkeit ergeben, muss man das Projekt Toilettenneubau wohl als gescheitert betrachten“, sagt Amtssprecher Mike Schlink.

Zuständig für den Bau und den Betrieb der öffentlichen Toiletten ist seit 2017 die Stadtreinigung Hamburg. In Fall Osdorfer Born wurde eine Übernahme jedoch abgelehnt – einerseits wegen der bereits bekannt gewordenen Zerstörungen, andererseits, weil nur eine „geringe Frequentierung“ zu erwarten sei. Mit andere Worten: Der Betrieb würde sich nicht lohnen, so die Befürchtung.

Dass im Bornpark wenig los ist, können die Anwohner jedoch nicht im Geringsten bestätigen. „Insbesondere seit dem Umbau des Spielplatzes herrscht hier reger Betrieb“, berichtet Margret Heise, Sprecherin der Borner Runde, die sich in der Vergangenheit mehrfach für eine Wiederinbetriebnahme des Toilettenhäuschens eingesetzt hatte. An manchem Tagen zähle man bis zu 200 Besucher gleichzeitig, die sich im „Notfall“ dann eben in die Büsche verkrümeln müssten. „So kann es nicht weitergehen“, sagt Heise. Es müsse dringend etwas geschehen.

Der Bau eines öffentlichen WCs kostet viel Geld: Rund 250.000 Euro wurden zum Beispiel kürzlich für eine neue Anlage am Altonaer Bahnhof fällig. Allerdings geht es im konkreten Fall weniger um die Baukosten als vielmehr um den Unterhalt.

So könnten laut Bezirksamt die Investitionskosten „zu einem erheblichen Teil“ aus RISE-Mitteln („Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“) bestritten werden. Auch die Umweltbehörde hatte sich kürzlich für einen Weiterbetrieb ausgesprochen – dies jedoch aus Sorge vor weiteren Vandalismusschäden nur in Kombination mit einem Kiosk. „Eine permanent unbetreute Anlage wäre für den Standort nicht geeignet“, glaubt die Umweltbehörde.

Da sich kein Projektpartner für den laufenden Betrieb gefunden hatte, war das Bezirksamt zuletzt auf die örtlichen Wohnungsbaugesellschaften (Saga, BVE, altoba) zugegangen. „Das mögliche Szenario wäre ein Betrieb in den warmen Monaten, da dort die Frequentierung größer als in den kalten Monaten wäre und zugleich die jährlichen Betriebskosten von sonst circa 40.000 Euro erheblich gesenkt werden könnten“, so Schlink. Die Gespräche hätten aber keinen Erfolg gehabt. Am vergangenen Donnerstag (nach Redaktionsschluss) stand das Thema Bornpark-Toilette noch einmal auf der Tagesordnung der Altonaer Bezirksversamnmlung.

 

 

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here