Schön, aber teuer: ein etwa 500 Meter langer Stahlweg auf Stelzen. Grafik: Bezirksamt Altona

Von Ch. v. Savigny.

RISSEN. Seit mittlerweile sechseinhalb Jahren ist der bei Ausflüglern beliebte Otto-Schokoll-Höhenweg an der Elbe aufgrund von Absackungen zum Teil gesperrt. Nachdem das Bezirksamt Altona im Herbst 2019 mehrere Sanierungsvarianten vorgestellt hatte, schien sich die Angelegenheit doch noch zum Guten zu wenden (das Wochenblatt berichtete): Die Sanierung sollte noch in diesem Jahr beginnen. Doch eine Anfrage der CDU-Wahlkreisabgeordneten Anke Frieling in der Bürgerschaft hat nun ergeben, dass das Projekt nach wie vor in der Schwebe hängt.
Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen der Stadt und einigen Anwohnern, die oberhalb des betroffenen Hangs in Rissen leben. Darin geht es darum, wie dicht der neue Wanderweg an den Privatgrundstücken vorbeigeführt werden darf. „Mittlerweile ist der alte Weg komplett zugewachsen, die Natur hat den Hang zurückerobert“, sagt Frieling. „Da wird sicher bald die Frage diskutiert werden, ob nicht alles bleiben soll wie es ist. Es ist sehr schade um einen beliebten attraktiven Weg.“

Wie kam es zur jetzigen Lage?
Wer die Geschichte des Otto-Schokoll-Höhenwegs verstehen will, muss ein paar Jahrzehnte zurückgehen: Anfang der 1980er-Jahre war der insgesamt etwa einen Kilometer lange Panoramaweg zwischen der Stadtgrenze zu Wedel und dem Unterfeuer Wittenbergen erbaut worden. Dafür mussten die Anwohner Teile ihrer Grundstücke abgeben. Im Gegenzug erhielten sie das Recht auf freie Sicht auf die Elbe. In der Folgezeit kam der Hang immer stärker ins Rutschen. Naturschützer führen dies auf häufige Rodungen zurück, die dem Hang jegliche Stabilität genommen hätten.
Deshalb sollte der Weg neu gebaut werden. Die von Stadt und Öffentlichkeit zuletzt favorisierte Variante war ein rund 500 Meter langer Stahlsteg, der in etwa zwölf Metern Höhe über den Hang hinwegführen sollte. Die veranschlagten Baukosten lagen bei fünf Millionen Euro.

„Warum muss jede Reparatur immer ewig dauern?“ Anke Frieling (CDU Bürgerschaftsabgeordnete) ärgert sich darüber, dass der Otto-Schokoll-Höhenweg nicht schon längst wieder in Ordnung gebracht wurde. Foto: PR

Die Alternative – ein Steg aus Holz – war wegen der kürzeren Haltbarkeit verworfen worden. Nach Ansicht von Sven Hielscher, Bauexperte und CDU-Fraktionschef in Altona, dürfte die Stadt trotz der hohen Kosten kaum um die Stelzenversion herum kommen. „Es wird nicht anders zu machen sein, da der Hang dort sehr in Bewegung ist“, sagt der Altonaer Politiker. Ihren Preis sei die Sache dennoch wert: „Das ist ein besonderes Stück Weg mit fantastischer Sicht auf die Elbe“, so Hielscher. Wegen des Rechtsstreits müsse man sich jedoch nun auf eine längere Hängepartie einstellen. Das Bezirksamt Altona wollte sich „aufgrund des laufenden Verfahrens“ nicht zur Sache äußern.

Hier geht‘s nicht weiter: Der Otto-Schokoll-Höhenweg auf Höhe der Straße „Am Leuchtturm“. Rechts unten ist ein kleines Stück des „normalen“ Elbuferwegs zu sehen – dieser ist durchgängig begehbar. Foto: CVS

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