Weil rund um die Technische Universität Parkplätze Mangelware sind, werden Autos einfach wild abgestellt. Foto: mag

Schon über 600 Vorschläge für Mobilitätskonzept im Bereich der Technischen
Universität abgegeben

Andreas Göhring, Harburg. Da hatte die rot-grüne Koalition in der Bezirksversammlung Harburg offenbar den richtigen Riecher: An der Suche nach einem zeitgemäßen Mobilitätskonzept für das Quartier rund um die Technische Universität haben sich schon jetzt mehr als 600 Anwohner beteiligt und ihre Vorschläge abgegeben. „Das ist sensationell“, sagt Michael Sander von den Grünen, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses.
Rot-Grün sieht in diesem Bereich „sehr gute Bedingungen für autoarmes oder –freies Wohnen“. Vorrang sollen demnach Busse sowie Rad- und Fußverkehr haben. Dafür müssten die vorhandenen Parkräume besser genutzt und möglichst auch abgebaut werden. Die Nutzung der TU-Tiefgarage für Anwohner könnten das zumindest ein wenig ausgleichen.
Von vornherein war aber auch klar, dass so ein radikaler Umbau eines Quartiers nur mit Beteiligung der Bevölkerung gelingen kann. Sander: „Ich war durchaus skeptisch, weil es häufiger auch Beteiligungsverfahren gegeben hat, die nicht sehr effektiv waren.“
Das Planungsbüro Mociety Consult GmbH muss jetzt die mehr als 600 Vorschläge von Anwohnern sichten, ordnen und bewerten. Ein kurzer Blick auf die Beiträge verrät: Das wird nicht leicht! Aus der Denickestraße ist zu hören, dass „ein zentrales verlässliches Carsharing-Angebot sowie die Freigabe der TU-Tiefgarage und Parkplätze für Handwerker und Menschen mit Handicap“ viele Parkplätze überflüssig machen würde. Ein Nachbar ärgert sich über „die Mobilität von extern“, dabei sei Harburg doch gut an den ÖPNV angebunden. Doch auch Fahrräder können nerven: In der Hoppenstedtstraße beschwert sich ein Mann über „20 bis 30 Fahrräder, die vor einem Fahrradladen ständig den Gehweg blockieren“.
Immer wieder wird mehr Platz für Dienste gefordert, „die für die Gesellschaft wichtig sind wie mobile Alten- und Krankenpflege oder Paketdienste“. Leider würden diese Plätze immer wieder von Autofahrern blockiert, die in Wirklichkeit Pendler sind, aber keinen Stellplatz in einem Park-and-ride-Haus mieten wollen. Eines der größten Ärgernisse sind aber nach wie vor die „Elterntaxis“, durch deren Rücksichtslosigkeit zum Beispiel im Riepenhausenweg oder in der Benningsenstraße andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.

 

Mitmachen, so geht’s: Bei drei Rundgängen mit Vertretern des Bezirksamts und des Planungsbüros können weitere Vorschläge gemacht werden:
Rundgang 1:
nördlicher Teilbereich (nördlich Denickestraße)
Mittwoch, 26. Oktober,
16 – 17.30 Uhr
Rundgang 2:
südlicher Teilbereich (südlich Denickestraße)
Donnerstag, 27. Oktober,
16 – 17.30 Uhr
Rundgang 3: für mobilitätseingeschränkte Personen
Freitag, 28. Oktober,
16 – 17.30 Uhr
Anmeldung per E-Mail unter heimfeld-eissendorf@steg-hamburg.de mit Angabe des Namens und der Nummer des gewünschten Rundgangs oder telefonisch unter Tel 040 – 43 13 93 803 bis Montag, 24. Oktober. Der jeweilige Treffpunkt wird nach der Anmeldung bekannt gegeben.

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