Marion Teegen ist Harburgs dienstälteste Zahnfee. Foto: sl

Marion Teegen zeigte Kindern in Kitas und Grundschulen, wofür Zahnbürsten wichtig sind – 36 Jahre lang

Sabine Langner, Harburg. Gebannt starren 15 Vorschüler auf das große grüne Plüsch-Krokodil und auf die riesige Zahnbürste, die die strahlend weißen Krokodilzähne schrubbt. Bewegt werden Handpuppe und Zahnbürste von Marion Teegen. Die Harburgerin ist Hamburgs dienstälteste Zahnfee.
Seit knapp 36 Jahren ist die gelernte Zahnarzthelferin in Kitas und Schulen unterwegs. Ihr Auftrag: Kindern zu zeigen, wie man richtig Zähne putzt und auch, warum Zähneputzen so wichtig ist. Mit zum Programm gehört auch ein Spiel, in dem die Kinder lernen, welche Lebensmittel gut und welche schlecht für die Zähne sind. „Die Kinder sollen Spaß am Zähneputzen haben“, erläutert Marion Teegen ihren Job. „Wenn es gut läuft, dann zeige ich den Kindern, wie es geht, und anschließend wird es zum Ritual in der Kita.“
Bezahlt wird die Arbeit von Marion Teegen und ihren Kollegen von der Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Jugendzahnpflege in Hamburg. Seit 1979 engagiert sich der Verein für die Zahngesundheit von Kindern. Finanziert wird das Programm von Hamburger Krankenkassen, dem Verband der Zahnärzte und der Sozialbehörde.
Eigentlich könnte die Harburger Zahnfee auf ein erfolgreiches Berufsleben zurückblicken, schließlich hat sie mehrere Generationen vor fiesen Karieslöchern bewahrt. Doch Corona hat die Arbeit von vielen Jahren zurückgeworfen. „In der Zeit des Lockdowns waren die Kinder entweder gar nicht in der Kita oder, wenn sie da waren, haben sie nicht mehr alle zusammen geputzt – um die Ansteckungswege zu minimieren. Das merkt man sofort am Zustand der Zähne.“
Aber auch andere Faktoren haben Auswirkungen auf die Zahngesundheit. „Es gibt Ecken in der Stadt, in denen haben die Kinder eine einzige Zahnbürste. Und das ist die, die ich in den Kitas verschenke. Entsprechend kaputt sind schon die Milchzähne. Wenn dann noch dazu kommt, dass die Kinder mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher geparkt und nachts mit einer Nuckelflasche ins Bett geschickt werden, muss man sich nicht wundern, wenn die Zähne in einem schlechten Zustand sind.“
Doch obwohl sie manchmal das Gefühl hat, gegen Windmühlen zu kämpfen, liebt Marion Teegen ihren Job. Aber am 1. November ist Schluss. Dann geht sie in den Ruhestand und das Krokodil zieht weiter zu ihrer Nachfolgerin Bettina Waltemode. „Mir werden die Kinder sehr fehlen, auch wenn ich mich jetzt darauf freue, mehr freie Zeit zu haben“, sagt Marion Teegen.

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