Der Fahrer des Metrobus 16 macht Pause am Brandstücken. Wenn er losfährt, darf niemand mitfahren. Foto: mg

Ärger über Fehlplanungen im Nahverkehr immer größer

Dirk Andresen, Hamburg-West

Karin Taucke-Söhnholz ist ratlos – und total genervt. „Seit drei Jahren fahre ich mit dem Bus zur Arbeit von Ottensen zum Osdorfer Born. Immer wieder wurde uns versprochen, dass die Buslinien dorthin schon bald effektiver und fahrgastfreundlicher gestaltet werden. Aber das Gegenteil ist der Fall. Fast 13 000 Menschen, die dort leben, geraten immer mehr aufs Abstellgleis.“

Ihr Problem: Bis vor einiger Zeit fuhr die Bibliothekarin bei dem üblichen Hamburger Schietwetter mit dem zuschlagspflichtigen 37er Bus von ihrer Haltestelle Grünbergstraße direkt zu ihrem Arbeitsplatz im Osdorfer Born. Karin Taucke-Söhnholz: „Doch der 37er wurde mit dem 283er zusammengelegt und Metrobus 16 genannt – und der hält an allen möglichen wenig sinnhaften Stellen wie in einem Gewerbegebiet, zwischen Einfamilienhäuseren und vor Kasernengeländen – aber nicht mehr am Osdorfer Born. Eine Frechheit. Als Alternative gibt es für mich noch eine Strecke mit Umstieg, aber da brauche ich für eine Streckenlänge von nur 5,5 Kilometern fast eine ganze Stunde.“
Beschwerden wurden ignoriert

Der sozial ohnehin explosive Stadtteil werde durch eine derarartig missratene Planung des öffentlichen Nahverkehrs „noch weiter abgehängt“. Karin Taucke-Söhnholz: „Jetzt gibt es noch nicht einmal eine Direktverbindung nach Altona, wo immerhin auch das für den Osdorfer Born zuständige Altonaer Rathaus steht.“ Für Tausende Bewohner im Born bleiben nur der Expressbus X3, der in der Hauptverkehrszeit oft in Staus stecken bleibt, und die Metrobuslinie 21 als Verbindung in die Innenstadt und andere Stadtteile.

Wenn sie nicht im Bus sitzt, ist sie gut gelaunt:
Karin Taucke-Söhnholz. Foto: Dirk Andresen

Übrigens: Die Beschwerden von Karin Taucke-Söhnholz wurden vom HVV bisher konsequent ignoriert: „Mein ausgefülltes und abgeschicktes Kontaktformular wurde nicht beantwortet. Ich bekam noch nicht einmal eine Bestätigungsmail.“ Auch eine Anfrage des Elbe Wochenblattes blieb bisher unbeantwortet. Dabei hatte der HVV doch in seinem letzten Winterfahrplan sogar eine regelrechte „Angebotsoffensive“ für seine Fahrgäste angekündigt.

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