Das Naherholungsgebiet auf dem Schlickhügel ist in weite Ferne gerückt. Foto: HPA

Senat rudert zurück: Aus dem Naherholungsgebiet in Fancop wird wohl doch nichts

Andreas Göhring, Süderelbe

Vor gut 30 Jahren klang es nach einem fairen Deal: Hamburgs Hafenbehörde darf bis zu neun Millionen Kubikmeter Hafenschlick zu einem großen, bis zu 40 Meter hohen Hügel am Südufer der Alten Süderelbe aufschütten. Dafür spendiert man den Anwohnern auf Finkenwerder und in Francop, wenn der letzte Eimer Schlick aufgeschüttet worden, ist ein schickes Naherholungsgebiet.

Seit drei Jahren wird auf dem Hügel kein Baggergut mehr abgelagert. Es könnte also mit der Naherholung losgehen. Schon 2003 hatte Georg Werner von der Hafenbehörde Strom- und Hafenbau (heute: Hamburg Port Authority) berichtet: „Hier und da sind auch schon ein paar ortskundige Spaziergänger zu sehen.“ Er rechnete damals damit, dass 2004 oder 2005 offizielle Spazierwege als erster Schritt zum Naherholungsgebiet angelegt werden würden. Doch das war voreilig.

15 Jahre später machte sich erneut Optimismus breit, und der Senat ging in die Vollen: In der (vergeblichen) Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 wollte er unter anderem mit einer Mountainbike-Stecke auf dem Schlickhügel glänzen.

Heute weiß man, dass dies eine Fata Morgana war. Denn gerade hat die Hamburger Umweltbehörde mitgeteilt, dass irgendwelche Freizeitaktivitäten – und sei es auch nur ein harmloser Spaziergang – auf dem Schlickhügel nicht gestattet sind. Mehr noch: Wann und ob der Deal vom Anfang der 1990er-Jahre überhaupt jemals eingelöst wird, könne zurzeit nicht gesagt werden.

Der CDU-Bezirksgeordnete Lars Frommann hatte sich an den Deal erinnert und immer mal wieder nachgefragt. Die Behörde hat in ihrer Antwort darauf hingewiesen, dass insbesondere die Bildung von Deponiegas eine potenzielle Gefahr für Nutzer darstelle. „Zudem stellen die zum Teil sehr tiefen Schachtbauwerke selbst eine potenzielle Gefahrenquelle für Nutzende dar.“ Außerdem bestehe die Gefahr, dass „Nutzende Schächte oder Messeinrichtungen schädigen“.

War das alles nicht vorhersehbar? Lars Frommann will jedenfalls nicht alle Hoffnung fahren lassen: „Ich bleibe dran!“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here