Das neue „Bediengebiet“ in dunkelblau: Hier fährt Moia ab 2023. Grafik: Moia

So soll Moia ab 2023 für Menschen in Osdorf und Lurup passend gemacht werden

M. Greulich, Hamburg-West

Moia statt ioki, diese Entscheidung hat in Osdorf und Lurup viele wütend gemacht. Am vergangenen Dienstag hat der Senat nun nachgebessert. Moia werde schrittweise in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden. Wer eine HVV-Monatskarte hat, zahlt künftig einen Euro weniger pro Fahrt. Außerdem werden ab dem kommenden Jahr 15 neue barrierfreie E-Autos eingesetzt, sodass durch eine absenkbare Rampe auch jeweils ein Rollstuhlfahrer einsteigen kann. Zunächst bis einschließlich 2025 wird Moia neben Osdorf und Lurup zusätzlich auch in Bilstedt, Billbrook, Rahlstedt und Wilhelmsburg verfügbar sein. Insgesamt seien 450 Sammeltaxis in den neuen Moia-Gebieten im Einsatz.

Verkehrssenator Anjes Tjarks sagte: „Wir verzahnen Moia ab 2023 in einem ersten Schritt mit dem ÖPNV und gestalten das Angebot barrierefrei – denn die Mobilitätswende ist inklusiv und soll allen Menschen zugutekommen.“ Moia-Chef Sascha Meyer wird in der Pressemitteilung des Senats zitiert: „Mit unserem Angebot bieten wir zudem eine bequeme, schnelle Alternative zum eigenen Auto und verringern auf diese Weise sowohl Straßenverkehr als auch Lärm- und CO2-Emissionen.“

Für den Erhalt von ioki hatten im September wie berichtet rund 100 Luruper und Osdorfer demonstriert, die überwiegend nicht gut zu Fuß sind. Sie schätzen an ioki, dass die gesamte Fahrzeugflotte barrierfrei ist. Die Fahrt in den weißen E-Autos, die an britische Taxen erinnern, kostet ein Euro Aufpreis zum HVV-Ticket. Klaus Wicher vom Sozialverband kritisiert: „Das ist vor allem in diesen beiden Stadtteilen, in denen vergleichsweise viele Menschen mit sehr kleinen Einkommen leben, eine zusätzliche Belastung für ihre Lebenssituation. Gerade jetzt, wo diese Menschen von steigenden Preisen gebeutelt werden und zu Recht Angst vor dem haben, was noch auf uns zukommt, ist das eindeutig das falsche Signal. Ich glaube nicht, dass Herr Tjarks hier die Argumente dafür und dagegen ausreichend abgewogen hat“.

Wicher fordert: „Moia muss die gleichen Fahrpreise anbieten wie das Vorgängerangebot. Und der Stadt sollte nicht die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen in den Stadtteilen aus dem Auge verlieren!“ Stattdessen sollte Hamburg endlich die kostenlose Nutzung des ÖPNV für Bedürftige angehen.

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