Katja Prahl (zweite Vorsitzende von LuFisch, l.) und Silvia Behr (erste Vorsitzende) sind ratlos. Foto: pr

Lehrschwimmbecken kämpft in der Pandemie und Energiekrise ums Überleben

J. Bannan, Lurup

LuFisch, der Luruper Förderverein Integration durch Schwimmen, hat als Leitsatz ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Wasser ist ein freundliches Element für den, der damit bekannt ist und damit umzugehen weiß.“ Aber durch Pandemie und Energiekrise macht sich die erste Vorsitzende Silvia Behr große Sorgen: „Leider wissen wir bald nicht mehr, wie wir den Kindern dieses Element anbieten können – unsere finanzielle Situation ist beängstigend.“

Schon die pandemiebedingte Schließung des Lehrschwimmbeckens über 14 Monate war für LuFisch sehr schwer zu überstehen – der Verein hatte keine Einnahmen, aber die Kosten liefen weiter. Während der ersten Schließung bekam LuFisch 9.000 Euro Coronahilfe, die Kosten beliefen sich aber auf 19.500 Euro.

Als das Bad erneut geschlossen werden musste, beschloss der Vereinsvostand notwendige Umbaumaßnahmen durchzuführen, die durch Spenden finanziert wurden. Behr berichtet: „Im Juli 2022 bekamen wir Post. Wir sollten innerhalb von vier Wochen die 9.000 Euro Coronahilfe, die im August 2020 geflossen ist, nebst fünf Prozent Zinsen zurückzahlen.“ Die Begründung lautete, so Behr, der Verein habe keinen finanziellen Engpass gehabt. „Gegen diesen Bescheid haben wir Widerspruch eingelegt, denn wir hatten wirklich finanzielle Not genug während der Schließanordnungen. Wir wissen leider immer noch nicht, ob wir den Betrag zurückzahlen müssen“, so Behr traurig.

Es droht Kostensteigerung von 20.000 auf 72.000 Euro

Während der Streit mit der Stadt läuft, kommt jetzt die Energiekrise dazu. Der bisherige Gasvertrag lief am 31. Dezember 2021 aus. Der im neuen Vertrag festgelegte Preis ist nicht nur viel teurer, sondern auch durch die aktuellen Geschehennisse nahezu unbezahlbar: „Wir bekamen nun die Kündigung des bestehenden Vertrages zum 31. Dezember 2022. Ab 1. Januar 2023 rutschen wir in die Grundversorgung und müssen dann 16,244 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Dies bedeutet: 2021 betrugen die Kosten 20.249 Euro, 2022 36.000 Euro und für 2023 lägen wir bei 72.000 Euro!“, rechnet Behr vor. Der Verein sucht für das nächste Jahr einen anderen Gasanbieter. „Die Preise, die uns angebotenen werden, sind allerdings noch höher als der Grundversorgungspreis.“

Auch Katja Prahl könnte angesichts der Lage verzweifeln: „Renovieren können wir auch nicht, da unsere Reserven alle verbraucht sind“, sagt die zweite Vorsitzende des Vereins. In diesem Sommer hat LuFisch Ausgaben von 48.000 Euro für Umbaumaßnahmen gezahlt. Die sind lange überfällig, denn die kleine Schwimmhalle wurde vor 60 Jahren gebaut
Wie kann Gas gespart werden? Prahl: „Dazu bräuchten wir eine neue Lüftungsanlage, aber diese würde mindestens 120.000 Euro kosten.“ In dieser Situation musste LuFisch den Preis pro Nutzungsstunde ab Oktober um drei Euro erhöhen. „Aber dies wird nicht reichen, um die Steigerung im Jahr 2023 zu wuppen. Uns steht das Wasser bis zum Hals. Wir freuen uns über jede Unterstützung, sei sie noch so klein“, sagt Katja Prahl.

>> Spendenmöglichkeiten unter www.lufisch.de

 

LuFisch

Schwimmen ist nicht nur ein Hobby, es ist überlebenswichtig.
Foto: pr

Im Sommer 2005 beschloss der Hamburger Senat, alle Lehrschwimmbecken an Hamburger Schulen zu schließen, um mit den frei werdenden Geldern die Bäderland Schwimmbäder zu unterstützen.

Die Lehrschwimmhalle im Swatten Weg 10 wurde zu diesem Zeitpunkt von der Fridtjof-Nansen-Grundschule an den Standorten Fahrenort und Swattenweg und einigen Kindertagesstätten sowie dem SV Lurup genutzt.

Damit die Halle nicht abgerissen wurde, hat sich 2006 eine Elterninitiative zur Rettung des Schwimmbeckens gebildet. Daraus entstand der Luruper Förderverein Integration durch Schwimmen (LuFisch), die Behörde gab ihm einen Nutzungsvertrag und der Verein bezahlt alle Kosten und organisiert die Schwimmstunden.
Quelle: LuFisch

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