Man sieht es nicht auf den ersten Blick: Die Rotklinkerbauten am Luthergrund sind marode und müssen wahrscheinlich abgerissen werden. Foto: cvs

Siedlung am Luthergrund: Noch hat die altoba keine Genehmigung für Abriss und Neubau der 132 Wohnungen

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld

Wenn alles so läuft wie geplant, wird die Wohnsiedlung am Luthergrund für die nächsten Jahre zu einer Großbaustelle: Wie das Elbe Wochenblatt bereits im November 2021 berichtet hatte, will der Vermieter, der Altonaer Spar- und Bauverein (altoba e. G.), das gesamte Ensemble mit 132 Wohnungen abreißen lassen und an dessen Stelle Neubauten errichten.

Wir rechnen mit einem Start der Bauarbeiten frühestens
im Jahr 2024
Silke Kok,
Sprecherin altoba

Hintergrund ist die schlechte Bausubstanz des 60er-Jahre-Wohnblocks. So wird die Fassade an einigen Stellen bereits bröckelig, die Wände haben Risse und sind teils undicht geworden. Die Dachisolierung ist in die Jahre gekommen, ebenso Elektrik und Sanitäranlagen. „Der Vorschlag ist es, die bestehenden Gebäude sukzessive zurückzubauen und durch Neubauten zu ersetzen“, sagt Silke Kok, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Soziales bei der altoba. Damit soll verhindert werden, dass die Mieter mehrmals umziehen müssen. „Wir rechnen mit einem Start der Bauarbeiten frühestens im Jahr 2024“, erklärt die Sprecherin.

Geplant ist nach Auskunft des Unternehmens eine Art „Gartenstadt“ mit Obstwiesen, Spiel- und Sportplätzen, Terrassen, Balkonen und „Versorgergärten“ für die Mieter. Die neuen Wohnblocks werden klimagerecht wärmegedämmt und mit Gründächern und Fotovoltaikanlagen versehen. Ein architektonischer Entwurf liegt noch nicht vor – allerdings gilt es bereits als sicher, dass der erste Wohnblock an der Stelle des derzeitigen zentralen Parkplatzes entstehen soll. Um das Parken auch weiterhin zu ermöglichen, wird unter diesem Wohnblock eine Tiefgarage gebaut.

Laut altoba-Pressestelle hat die zuständige Stadtentwicklungsbehörde (BSW) noch nicht ihre Zustimmung für das Großprojekt erteilt. Firmensprecherin Silke Kok will sich daher noch nicht festlegen: „Ob wir tatsächlich in die Planung für ein Neubauprojekt einsteigen dürfen, ist abhängig von einer Genehmigung durch die Behörde, die weiterhin noch nicht vorliegt“, sagt sie. Welche Kriterien hierbei eine Rolle spielen – darüber schweigen sich die Beteiligten aus. Auch das Bezirksamt Altona, das für die BSW antwortet, will dazu offenbar nichts sagen: „Es handelt sich um Vorgespräche, die regelmäßig im Vorfeld der Realisierung von Bauprojekten stattfinden“, erklärt Amtssprecher Mike Schlink.

Nach Auskunft des Altonaer Bauexperten und CDU-Fraktionsvorsitzenden Sven Hielscher geht es für die altoba in den Verhandlungen aktuell darum, der Behörde gegenüber zu beweisen, dass sich der Betrieb der – unsanierten – Wohnanlage nicht mehr rentiert. „Außerdem muss sichergestellt sein, dass hinterher keine Neubaumieten verlangt werden“, so Hielscher. Lediglich Preisaufschläge von „zwei bis drei Euro pro Quadratmeter“ seien gestattet. „Der Neubau wird auf jeden Fall kommen“, sagt der CDU-Politiker. In ihrer Funktion als Genossenschaftler würden die Bewohner aber auch noch die Möglichkeit bekommen, über das Projekt abzustimmen.

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