Brunnen an der Buche
Alte Buschen säumen die Wege

Der ev.-luth. Kirchengemeindeverband Altona unterhält 4 Friedhöfe, die wir den Mitgliedern der Gemeinde vorstellen möchten.
Diese Friedhöfe sind in Zentrumsnähe Altonas, die meisten Menschen kennen und spazieren gern durch den Wohlers Park, Övelgönne oder Planten un Blomen, die Friedhöfe Diebsteich, Holstenkamp und Bornkamp sind nahezu unbekannt und wenig besucht. Wer nicht weit der neuen Mitte Altona Oasen der Ruhe sucht, findet sie bei alten Gräbern, Baumriesen von Hängebuchen, majestätische Eichen und im Juni von Bienen summende Linden. Auf diesen Friedhöfen taucht man ein in die letzten 2 Jahrhunderte Altonaer Geschichte, damals als unser Stadtteil noch ein eng besiedeltes Arbeiterquartier mit Fabriken, Werften, Fischerei und Kleingewerbe war. Die Bevölkerung stieg zur Zeit der Industrialisierung und der Gründung des deutschen Kaiserreiches stark an, dass nach kurzer Zeit die innerstädtischen Friedhöfe zu eng wurden und an der Grenze zu Bahrenfeld neue Friedhöfe errichtet werden mussten. Diese kann, wer möchte, sie für sich enddecken.
Im belebten, quirligen Ottensen befindet sich der älteste, 1860 gegründete, Friedhof Bernadottenstrasse inmitten von Wohnquartieren, der von der dortigen Nachbarschaft gern für einen Spaziergang genutzt wird. Auffällig ist seine streng geometrisch Wegeführung und die zwischen den Gräbern entlanglaufenden Eibenhecken. Große Bäume, u. a. Rot- und Hängebuchen fallen als überragende Merkmale auf, ebenso der schöne Sandsteinbrunnen, bei dem man gern auf einer Bank verweilen möchte. Die Dichterin Charlotte Niese ist dort begraben und in der Nähe befindet sich die Gruft des ehemaligen Senators Claus Höft unter riesigen Trauerbuchen.
Nur wenige Jahre später wurden im Osten Bahrenfelds an der Grenze zu Altona drei neue Friedhöfe errichtet, die Friedhöfe Diebsteich, Bornkamp und Holstenkamp, die heute auf Grund ihrer Lage am Rande von Wohnhäusern und einem Gewerbegebiet eher einen Dornröschenschlaf führen.
Dennoch gibt es dort viel Interessantes zu enddecken: alte Grabanlagen und große Bäume schmücken den Diebsteichfriedhof, wohlhabende Bürger und Geschäftsleute ließen sich damals in repräsentativen großen Gräbern bestatten. Günther Ludwig Stuhlmann, der Erbauer des 1. Gaswerkes in Blankenese ist dort begraben. Er stiftete den beliebten Stuhlmann-Brunnen, der heute im Park zwischen Altonaer Rathaus und Bahnhof steht und das miteinander Ringen der Hafenstädte Altona und Hamburg darstellt, als diese sich noch miteinander konkurriert waren. Interessant sind auch die zahlreichen Gräber der Roma und Sinti, die sich in Grüften bestatten lassen und einige besonders prächtig herrichten.
12 Jahre später, im Jahr 1880, wurde fast nebenan der Friedhof Bornkamp eröffnet, auf dem es viele Baumraritäten zu enddecken ist, wie zum Beispiel die jap. Schirmtanne (Feld 8) oder die Schlangenfichte (Feld 4). Zwischen alten Gräbern kann man seltene Bäume bestaunen, besonders bezaubern im Frühling die Blüte großer Tulpenmagnolien. Entlang der Allen aus Birken, Kirschen oder Amberbäumen ist es einfach den Friedhof zu erkunden. Viele Vögel, wie z. B. der Sperber und der Eichelhäher, selbst Bussarde und Habichte sind aufgrund des dichten Gehölzbestandes dort zuhause und finden dort ungestörten Lebensraum. Theodor Zeise, der ehemalige Inhaber der Zeise Schiffsschraubenfabrik, in der sich heute ein Kino befindet, liegt dort begraben.
Weiter westlich befindet sich der 1889 gegründete Friedhof Holstenkamp. Ruhig gelegen in einem Landschaftsschutzgebiet bezaubert er durch einen alten Baumbestand. Große Linden, Rot- und Hängebuchen prägen seinen parkähnlichen Charakter. Im Mai blühen unzählige Rhododendren. Begraben sind dort u. a. Joachim Mohr, der eine Margarinefabrik betrieb und der Architekt Werner Kallmorgen, der den Kaispeicher plante, auf dem heute die Elbphilarmonie steht sowie das Altonaer Krankenhaus. Bei einem Spaziergang gibt es dort einiges zu erkunden und auf einer der zahlreichen Bänke kann man jederzeit die Ruhe abseits der belebten Stadt genießen. Lassen sie sich überraschen und entdecken Sie den Charme unserer schönen Friedhöfe, ein Spaziergang lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
Bestatten kann man sich auf einigen Friedhöfen natürlich auch. Neben klassischen Wahlgräbern für Särge und Urnen werden pflegeleichte Rasen- und Reihengräber angeboten. Ausschließlich für Urnenbeisetzungen sind schön angelegte Gemeinschaftsgräber, aber auch Paargräber, Baumgräber und ein Kolumbarium (Urnenstellwand). Anonyme Beisetzungen bieten wir für beide Bestattungsformen an. Wir beraten Sie gern, telefonisch oder vor Ort.
Verwaltung der Friedhöfe, Hohenzollernring 78a, Telefonnr.: 040-60 600 2710

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