Laut Bezirksamt eine Zwischenlösung: der von Radlern genutzte Spazierweg in der Mitte der Bleickenallee. Foto: cvs

Veloroute Bleickenallee: Radfahrer müssen sich Platz mit Fußgängern teilen

Ch. v. Savigny, Altona

Wer als Radfahrer auf der neu gestalteten Veloroute 1 in Richtung Westen unterwegs ist, muss kurz vor der Stadtteilgrenze zu Othmarschen den viel befahrenen Hohenzollernring überqueren. So schön, wie sie begonnen hat, endet an dieser Stelle die ausgebaute Radroute: Stattdessen werden Hamburgs Pedalritter auf den von Bäumen gesäumten Mittelstreifen der Bleickenallee geleitet, wo sie sich den Platz mit Fußgängern teilen müssen.

An sich fährt es sich hier recht angenehm und verkehrsarm – trotzdem sind nicht alle mit dieser Lösung einverstanden. Insbesondere bei Regenwetter werde der Weg schnell matschig und unsicher, moniert ein Wochenblatt-Leser. Zudem werde man als Fußgänger von eiligen Radlern häufig einfach „weggeklingelt“.

Ein gemeinsamer Rad- und Fußweg als Dauerlösung? Geplant war das jedenfalls nicht: In den ursprünglichen Entwürfen, die man nach wie vor im Internet abrufen kann (www.steg-hamburg.de/veloroute-altona.html), sollte der westliche Abschnitt der Bleickenallee zur Fahrradstraße umgebaut werden.

Allerdings ist die Umsetzung schwierig: Denn die beiden, voneinander getrennten Fahrstreifen sind so schmal, dass neben den geparkten Fahrzeugen am Straßenrand gerade mal ein weiteres Auto Platz hat. Zudem besteht die Fahrbahn aus – zwar hübsch anzusehendem, aber fahrradunfreundlichem – Kopfsteinpflaster.

Dirk Lau, Pressesprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), spricht sich daher dafür aus, die Parkplätze samt und sonders abzubauen. „Man darf nicht vergessen, dass fließender Verkehr immer vorgeht“, sagt Lau. „Eine breitere Bleickenallee wäre durchaus sowohl für Rad- als auch Autofahrer geeignet.“

Zur Frage des Straßenbelags sagt Lau: „Eine asphaltierte Straße wäre sicherlich die beste Lösung.“ Ob das Pflaster zum Teil erhalten bleiben könne, etwa in abgeschliffener Form, müsse man sehen. „Das Provisorium in der Mitte ist jedenfalls weder für Fußgänger noch Radfahrer besonders komfortabel“, so der ADFC-Sprecher.

Abstimmung zwischen Bezirk , Verkehrsbehörde und Denkmalschutzamt

Laut Bezirksamt Altona wird die ursprüngliche Idee weiterhin verfolgt: „Es ist nach wie vor Bestreben des Bezirksamtes, dass dort eine Fahrradstraße entsteht“, sagt Sprecher Mike Schlink. Der angesprochene Mittelstreifen sei nur als zusätzliches Angebot für Radfahrende freigegeben worden. „Derzeit befinden wir uns in einem intensiven Abstimmungsprozess mit der Verkehrsbehörde und mit dem Denkmalschutzamt.“

Zuletzt war der Ausbau der Veloroute 1 im Kerngebiet von Ottensen abgeschlossen worden. Bis zur Fertigstellung der gesamten Route (19 Kilometer vom Rathausmarkt bis Rissen) fehlen noch ein paar Abschnitte. Aktuell im Bau sind nach Auskunft des Bezirksamts die Alte Sülldorfer Landstraße (Rissen) sowie der Geranienweg (Osdorf). Der Abschnitt Haubachstraße (Altona) befinde sich in der Ausschreibung.

 

1 KOMMENTAR

  1. Wenn man sich ein besonders schönes Stück Radweg wünschen dürfte, dann würde er in etwa so aussehen wie der Mittelstreifen der westlichen Bleickenallee! Als Ottenser Verkehrsteilnehmer auf zwei Beinen, auf zwei oder vier Rädern kann ich Ihre Bedenken nicht teilen. Wieso wird die Strecke bei Regenwetter unsicher? Gibt es dort wirklich Gerangel zwischen Fußgängern und (eiligen) Radlern? Ängstliche Fußgänger könnten sich daran erinnern, dass die Bleickenalle hier auf beiden Seiten Gehwege hat…
    Natürlich kann man noch einmal tüchtig Steuergeld in die Hand nehmen und diesen Teil der Bleickenallee unter Wegfall sämtlicher Auto-Parkplätze „Fahrrad-komfortabel“ umbauen. Das könnte Herr Dirk Lau dann ja den Anwohnern und den Beschäftigten von Krankenhaus, Stift und Gymnasium mal genauer erklären (die sind vom Anwohner-Parken schon ausreichend genervt).
    Ich erlaube mir eine Empfehlung: Bitte befahren oder begehen Sie diese Teilstrecke mal zu unterschiedlichen Tageszeiten und bei jeder Witterung. Vielleicht stellen Sie dann fest, dass Sie, Herr Lau und das Bezirksamt („intensiver Abstimmungsprozess“) sich an einem Thema abarbeiten, das ich bestenfalls als „Problemchen“ einstufe.

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