Die von Stadttauben verursachten Probleme wie Kot im öffentlichen Raum sind seit Langem bekannt. Jetzt will die Lokalpolitik dagegen vorgehen. Foto: Archiv/DJA

Betreute große Taubenschläge sollen laut Lokalpolitik die Vögel und ihren Dreck zurückdrängen

Dirk Andresen, Eidelstedt

Es sind Attacken aus der Luft der ziemlich ekligen und ätzenden Art. Immer mehr Bürger beklagen sich in Eidelstedt über ganze Schwärme von Stadttauben, die zentrale Punkte des Stadtteils verschmutzen. Viele Vögel nisten zum Beispiel im AKN-Bahnhof (das Elbe Wochenblatt berichtete) und koten dort alles voll. Dem soll nach langen Jahren mehr oder minder behördlicher Tatenlosigkeit und stetig wachsender Bürgerwut jetzt endlich Abhilfe geschaffen werden.

Dem Elbe-Wochenblatt liegt ein Beschluss des zuständigen Regionalausschusses Stellingen/Eidelstedt der Bezirksversammlung Eimsbüttel vor, mit dem entsprechende Schritte eingeleitet werden sollen. „Eidelstedt leidet unter den vielen Stadttauben, insbesondere im Bereich des Eidelstedt Centers, des Eidelstedter Platzes oder auch der dortigen Tiefgarage“, heißt es darin.

Eine nachhaltige, tierfreundliche Bestandsregulierung im Sinne des Tierschutzes kann durch solche betreute Taubenhotels erreicht werden
Regionalausschuss
Stellingen/Eidelstedt

Das Zauberwort zur Lösung des Problems: Taubenhotels – im Prinzip nichts anderes als sehr große, sehr saubere Taubenschläge. Dazu der Regionalausschuss: „Eine nachhaltige, tierfreundliche Bestandsregulierung im Sinne des Tierschutzes kann durch solche betreuten Taubenhotels erreicht werden.“ Fachleute vom Hamburger Stadttaubenverein und dem Hamburger Tierschutzverein sollen dem Ausschuss jetzt Vorschläge über mögliche Standorte für ein oder mehrere solcher „Hotels“ in Eidelstedt machen. Zudem wird Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (SPD) in dem Beschluss bereits konkret gebeten, nach diesen Sondierungen in zielführende Gespräche mit möglichen Betreibern und den Besitzern der Grundstücke einzutreten, auf denen das oder die Hotels errichtet werden sollen.

Doch ist dies tatsächlich die lang ersehnte Lösung, die zu einem Ende der Verschmutzung und Schiet-Belästigung führt? In einer Expertise des Hamburger Stadttaubenvereins wird dies ziemlich deutlich so eingeschätzt: „In diesen Taubenschlägen bekommen die Tiere ausreichend Futter und werden vor Verelendung bewahrt. Zudem kann man dort Eier durch Gipseier austauschen, was zu einer tierfreundlichen und sanften Regulierung führt. Dieses Konzept verspricht erst auf lange Sicht Erfolg, ist aber zu hundert Prozent tierschutzgerecht und ohne Alternative.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here