"Ich setze mich für die Umwelt ein, bin überhaupt kein Vorkämpfer für den Autoverkehr – ganz im Gegenteil“, sagt Anwohner Christian Eldagsen. Die Abzettelung findet er trotzdem eine „Riesensauerei“. Foto: cvs

Anwohner wehrt sich weiter gegen Abzettelung im Bahrenfelder Kirchenweg

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld

Christian Eldagsen hat nachgemessen: Rund vier Meter ist der Bürgersteig an dieser Stelle im Bahrenfelder Kirchenweg breit. Platz genug also, um sein Auto abzustellen und den Fußgängerverkehr dabei nicht zu behindern. Theoretisch jedenfalls – praktisch jedoch nicht, denn es ist verboten.

Ich habe inzwischen mit etwa 30 Nachbarn gesprochen. Alle sind von der Polizeiaktion total überrumpelt worden
Christian Eldagsen,
Bahrenfelder

Über die Parksituation in diesem Straßenabschnitt – zwischen den Einmündungen Gas- und Hegarstraße – hatte das Elbe Wochenblatt erst kürzlich berichtet: Etliche Fahrzeughalter hatten hier im August – mehr oder weniger über Nacht – ein oder sogar mehrere „Knöllchen“ wegen Falschparkens erhalten. Und das, obwohl seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten auf die Weise – mit den Rädern auf dem Bürgersteig – geparkt wurde und sich nach Aussagen der Bewohner niemals jemand deswegen beschwert hatte. Für Anwohner Eldagsen, der jetzt knapp 170 Euro Strafe zahlen muss, ein Unding. „Ich habe inzwischen mit etwa 30 Nachbarn gesprochen“, berichtet er. Alle Betroffenen seien von der Polizeiaktion total überrumpelt worden. Eine Vorwarnung, etwa in Form eines Hinweisflyers, habe – anders als von der Polizei behauptet – niemand erhalten. „Jetzt ist die Sache beim Amtsgericht. Ich ziehe das durch!“, sagt er.

„Unechte Absenkung“

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Parken auf dem Gehweg verboten, sofern nicht ein blaues Schild mit entsprechendem Piktogramm (Verkehrszeichen Nr. 315) die Erlaubnis dazu erteilt. Im Bahrenfelder Kirchenweg lässt sich dieses Verbot allerdings nur schwer nachvollziehen: Der Kantstein befindet sich etwa auf Straßenniveau – ist also praktisch nicht vorhanden. Noch dazu haben die Gehwegplatten, die näher an der Fahrbahn liegen, zum Teil ein anderes Muster. Auf Autofahrer wirkt dies geradezu wie eine Einladung, ihren fahrbaren Untersatz genau dort abzustellen. Interessant: Auch auf der gegenüberliegenden (Ost-)Seite des Kirchenwegs wird auf dem Gehweg geparkt, allerdings gibt es dort ein Halteverbotsschild. Laut Polizei gilt es ausschließlich für die Straße. „Auf dem Gehweg ist das Halten und Parken ohne das bereits erwähnte Zusatzzeichen unzulässig“, sagt Polizeipressesprecher Florian Abbenseth.

Bleibt die Frage, warum der Bordstein überhaupt so niedrig ist. Überraschende Erklärung: Laut Abbenseth wurde „im Rahmen der letzten Sanierung die Fahrbahn angehoben“. Es handelt sich also um eine „unechte“ Absenkung. Achtung: Vor einer echten Absenkung (wie beispielsweide an Einmündungen) darf man laut Gesetz nicht parken.

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