In der Friedhofskapelle Blankenese ist es wichtig, dass Trauerredner und Pastoren an der richtigen Stelle stehen - oder ein Mikrofon benutzen. Foto: Langenbach

Von Maren Langenbach

BLANKENESE. Einen geliebten Menschen zu Grabe zu tragen, ist für die Hinterbliebenen ein sehr schwerer Gang. Umso tröstlicher kann es sein, in der Trauerrede das Leben des Verstorbenen noch einmal Revue passieren zu lassen. In der Kapelle des Friedhofs Blankenese „ist die Akustik in der Kapelle jedoch so schlecht ist, dass die Reden nur sehr schwer, oft auch gar nicht zu verstehen sind“, sagt ein Trauergast, der namentlich nicht genannt werden möchte.
Er habe den Bestatter darauf angesprochen und erfahren, dass das Problem seit langem bekannt sei. Kann man das nicht beheben? „Es ist richtig, dass die Akustik in der Kapelle etwas heikel ist“, bestätigt Friedhofsverwalterin Ulrike Drechsler. Deshalb gebe es schon lange ein Mikrofon für Redner und Pastoren. „Wir können allerdings immer nur empfehlen, dieses zu benutzen. Leider gibt es auch Redner, die das Mikrofon nicht nutzen mögen.“
Das Problem scheint auch ein bauliches zu sein: Die Friedhofskapelle wurde 1927 gebaut, da sei Akustik noch kein Thema gewesen, so Drechsler. Damals sei man davon ausgegangen, dass die Kapelle bei Trauerfeiern gut gefüllt sein würde. „Nun werden aber die Trauergesellschaften immer kleiner, der Raum entsprechend leerer, und der Nachhall wird nicht mehr so gut absorbiert“, weiß die Verwalterin.
Bei der Renovierung der Kapelle habe man daher im hinteren Teil eine spezielle Akustikwand eingezogen, die Sitzbänke mit Polstern versehen, und eine Mikroanlage installiert. „Zusätzlich haben wir gerade ein neues, noch sensibleres Mikrofon besorgt und hoffen, dass es hilft, die Akustik zu verbessern.“
Ulrike Drechsler selber hält seit Jahren in der Kapelle Andachten, immer ohne Mikro. Dabei habe sie die Erfahrung gemacht, auf allen Plätzen gut verstanden zu werden. Ihr „Trick“: Sie steht nicht unter dem Gewölbe, sondern weiter vorn. Dort sei man besser zu verstehen.

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