Er organisierte die Demonstration in Lurup: Klaus Wicher vom Sozialverband SoVD. Foto: mg

Heftige Kritik am Senat auf Demonstration für Erhalt von ioki

M. Greulich, Hamburg-West

Viele, die sonst wenig gehört werden, nutzten die Gelegenheit, für den Erhalt von ioki in Osdorf und Lurup zu demonstrieren. „Die Entscheidung des Senats bedeutet eine neue Ungerechtigkeit“, sagte Klaus Wicher. Der Chef des Hamburger SoVD organisierte die Kundgebung vor dem Lurup-Center zu der am vergangenen Samstag rund 80 Teilnehmer kamen.

Wie mehrfach berichtet, wird ioki zum Jahresende in Osdorf und Lurup eingestellt. Weil der öffentliche Nahverkehr hier so schlecht wie nirgendwo sonst in Hamburg ausgebaut ist, herrscht großer Bedarf. Dennoch werden bald statt der weißen Elektrotaxen die großen braunen Moia-Busse im Gebiet zwischen den S-Bahnhöfen Klein Flottbek und Elbgaustraße fahren. Der Bund gibt dafür Geld. Ioki wird stattdessen zwei Jahre lang in Harburg in einem größeren Gebiet weiter getestet.

Rund 80 Demonstranten waren zum Eckhoffplatz gekommen. Foto: mg

Das Moia-Angebot passe nicht nach Osdorf und Lurup, so Udo Schult. „Zu teuer, nicht durchgängig unterwegs und nicht barrierefrei“, kritisiert der Sprecher der Luruper Verkehrs AG. Für Schwerbehinderte und Ältere sei Moia nicht gemacht, denn die Fahrgäste würden durchschnittlich 200 Meter von ihrem Standort abgeholt werden, es könnten aber auch 300 oder 400 Meter sein. „Ioki soll laut Behörde die Randgebiete und Moia den Innenstadtbereich bedienen. Also erklärt man uns in Lurup und Osdorf kurzerhand zum Innenstadtbereich. Obwohl wir an der Grenze zu Schleswig-Holstein liegen. In welcher Welt leben diese Politiker eigenlich?“, fragt Schult. Ob es der Behörde gelingt, das was nicht passt, passend zu machen, sieht er kritisch.

Die Behörde von Senator Anjes Tjarks führt den Begriff Verkehrswende im Namen, doch in Osdorf und Lurup sei man davon weiter entfernt denn je, findet Sabine Tengeler vom Luruper Forum. „Wer es sich leisten kann, fährt mit dem Auto. Das heißt, dass die Straßen so zugeparkt sind, dass Feuerwehr, Kinder- und Gehwagen nicht vorbeikommen und Radfahrer Angst haben müssen, dass ihnen entgegenkommende Fahrzeuge die Knie abfahren“, sagt Tengeler in ihrer Rede. In diesem Trauerspiel der Verkehrswende sei ioki ein Lichtblick gewesen. Tengeler bringt das Stimmungsbild in den Stadtteilen nach der ohne jede Bürgerbeteiligung getroffene Entscheidung, ioki einzustellen, auf einen einfachen Nenner: „Lurup ist wütend, Osdorf auch!“ Das kann Margret Heise von der Borner Runde bestätigen, die sich dem Protest angeschlossen hat.

Sozialverbandschef Wicher kündigte an, dass man gegen „diese unsinnige Maßnahme“ Widerstand leisten werde. Das gelte auch für das „autoritäre Verhalten so mancher Grüner in Hamburg und im Bezirk“. Man brauche ioki als Ausgleich für die fehlende Schienenanbindung und für die Mobilität Älterer und Menschen mit kleinem Geldbeutel. „Wir fordern ioki in ganz Hamburg“, stellte der Hamburger SoVD-Chef klar.

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