Holger Mütze vor dem Bunker. Foto: ms

Das Jesus Center hat jetzt eine neue Heimat

Mateo Schneider, Sternschanze

Von der Spätsommersonne in wärmendes Licht getaucht; auf dem Dach die Photovoltaik-Anlage, die Strom produziert; die meterdicken Wände eingekleidet in „Streetart“ unterschiedlichster Art und bekletterbar. Gäbe es den Ende August eröffneten Bunker im Flora-Park nicht, müsste er vom Stadtmarketing erfunden werden.

Die Miet- und Betriebskosten sind zwar gering, aber es muss mit Strom geheizt werden, weil der Bunker über keine weiteren Zuleitungen verfügt
Holger Mütze,
Jesus Center

Von den ersten Diskussionen über seine zukünftige Nutzung über den Kauf durch die Stadt 2013 bis hin zu seiner Eröffnung sind zehn Jahre vergangen. Eine Zeitspanne, die Initiativen wie „Knallt am Dollsten“, die bislang vergeblich für die Bebauung des Holsten-Areals im Sinne einer „solidarischen Stadtentwicklung“ kämpft, neidisch machen dürfte. Und nicht zu vergessen: Es ist auch noch etwas Sinnvolles dabei herausgekommen.
1,4 Millionen Euro hat der Umbau gekostet

„Für uns ist das ein Quantensprung“, freut sich Holger Mütze aus dem Vorstand des Jesus Centers. 1968 hat die am Schulterblatt beheimatete Einrichtung mit christlicher Sozialarbeit für Rocker begonnen, heute umfasst das offene Angebot die gesamte Bandbreite der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. „Wir sind mit einem großen Teil unseres Angebotes in den Bunker umgezogen.“

Neben dem Jesus Center haben der Kletterverein „Kilimanschanzo“ und der Verein „RaumTeiler“ mit seinen Proberäumen für Musikgruppen im Park hinter der Roten Flora eine neue Bleibe gefunden.

Den Umbau des 1941 errichteten Bunkers, der zum Treuhandvermögen der Stadtentwicklungsgesellschaft STEG gehört, hat sich die Stadt 1,4 Millionen Euro kosten lassen. Die Kosten für den Innenausbau ihrer jeweiligen Etage müssen die Vereine selbst tragen.

Eine sorgenfreie Zukunft ist dennoch alles andere als ein Selbstgänger. „Die Miet- und Betriebskosten sind zwar gering, aber es muss mit Strom geheizt werden, weil der Bunker über keine weiteren Zuleitungen verfügt“, blickt Mütze nicht uneingeschränkt optimistisch in die Zukunft.

Zudem ruhen auf den neuen Nutzern des Bunkers Hoffnungen, die nicht einfach zu erfüllen sind: Der Bunker soll eine „sozial beruhigende“ Wirkung auf den Park haben, der vor nicht allzu langer Zeit noch einer der Hotspots des Drogenhandels und anderer unerwünschter Parknutzungen gewesen ist. Ob das gelingt, ist völlig offen.

>> www.jesuscenter.de

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