Sie demonstrierten für den Erhalt von ioki in Osdorf und Lurup: Frank aus Osdorf (v. l.), Anu, Gabriele Lange, Franks Ehefrau und Günter Lange. Foto: mg

Warum der Shuttleservice ioki für Menschen in Osdorf und Lurup besonders wichtig ist

M. Greulich, Hamburg-West

Wenn Gabriele Lange an der Haltestelle Achtern Born/Klick Kindermuseum mitfahren will, braucht sie Glück. „Der X3 oder der Metrobus 21 sind oft so voll, dass für mich und meinen Rollator kein Platz mehr ist“, so Lange. Seit vier Jahren muss sie sich nicht mehr auf ihr Glück verlassen. Seitdem nutzen sie und Ehemann Günter den Bringdienst ioki, um sich von einem barrierefreien E-Auto vom Osdorfer Born zum S-Bahnhof Klein Flottbek fahren zu lassen. „Das funktioniert gut und bedeutet für uns eine große Erleichterung“, sagt Gabriele Lange.

Deshalb sind die Langes am vergangenen Samstag mit dem ioki-Shuttle für einen Aufpreis von einem Euro zu ihrer HVV-Karte zum Lurup-Center gefahren, um für den Erhalt des Bringdienstes zu demonstrieren. „Mit Moia können wir nicht fahren, der Einstieg ist viel zu hoch. Das ist überhaupt nicht behindertengerecht.“

Frank ist ebenfalls nicht mehr gut zu Fuß. „Wir haben uns damals für eine Wohnung im östlichen Blomkamp entschieden, weil in der Umgebung einige Busse fahren. Aber jetzt können wir nicht mehr zu den Haltestellen laufen. Das hätten wir nie gedacht“, berichtet der Osdorfer, der während der halbstündigen Kundgebung die ganze Zeit sitzen musste. Bevor ioki 2018 eingeführt wurde, haben Frank und seine Ehefrau öfter ein Taxi genommen. „Moia“, glaubt Frank, „wird uns sicher nicht fahren.“

Anu wohnt am Böttcherkamp und braucht 20 Minuten bis zur nächsten Bushaltestelle. „Ich habe ioki immer genutzt“, sagt die junge Frau. Sie ist mit dem Rollator zur Demo gekommen. Im Alltag bedeutet ein Fußweg von 300 Metern für sie eine große Hürde. Diese Strecken hat ioki für sie zu einem akzeptablen Preis verkleinert. „Mit Moia würde ich 8,50 Euro bezahlen. Das kann ich mir nicht leisten.“

Gülseren aus Osdorf braucht keinen Rollator, aber ihr hilft ioki, die täglichen Fahrten vom Bettinastieg zur S-Bahn, die sie bis zur Arbeitsstelle in Barmbek nutzt, und nach Feierabend zu ihrer Verwandten, die sie am Blomkamp pflegt, zu bewältigen. „Der 392er fährt dort nur zwei Mal in der Stunde und ab 21 Uhr gar nicht.“

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