Drei Mitglieder des vierköpfigen NAA-Vorstands (v. l.): Cornelius Voss, Christina Veldhoen und Feena Fensky. Robert Beddies fehlt auf dem Foto. Foto: cvs

Wegen gestiegener Baukosten: Genossenschaft will weitere Anteile verkaufen

Ch. v. Savigny, Altona

Das Erdgeschoss des sogenannten „Neuen Amts Altona“ (NAA) in der Neuen Großen Bergstraße strahlt Unternehmergeist aus: Aus Sperrholz haben die Genossenschaftler zweckmäßige und praktische Möbel gebaut, an den Wänden hängen Pläne mit architektonischen Entwürfen.

Oben, im ersten Stock, arbeiten Menschen an Computern, während ganz unten im Keller die „Riaa“-Bar auf Besucher wartet. Jeweils donnerstags bis sonnabends ab 20 Uhr werden hier schwarze Vinylscheiben aufgelegt und dazu kühle Drinks serviert.

15
Millionen Euro
betragen
die Baukosten

Vor rund drei Jahren hat die NAA-Genossenschaft, die sich aus derzeit 143 Teilhabern zusammensetzt, den Zuschlag für den Kauf der Immobilie erhalten. Angestrebt wird ein Neubau mit sechs Stockwerken, in dem rund 250 weitere kreative Menschen einen Arbeitsplatz finden sollen. Doch das Projekt zieht sich hin, weil Baukosten und Zinsen immer weiter steigen. Nun werden zusätzliche Genossenschaftler gesucht. „Das Ganze ist kein Selbstgänger“, sagt NAA-Sprecherin Christina Veldhoen. „Aber wir sind trotzdem fest davon überzeugt, dass es klappen wird!“

200 feste und 50 flexible Arbeitsplätze

Rückblick: Vor mittlerweile zehn Jahren hatte die Stadt Hamburg das benachbarte, ehemalige Finanzamt in ein Zentrum für junge Selbstständige und Kreative umgewandelt. Unter anderem Fotografen, Grafiker und Journalisten haben in dem sechsstöckigen Altbau einen günstigen Arbeitsplatz gefunden. Auch das Hamburger Kurzfilmfestival und die Filmproduzentin Frauke Kolbmüller („Systemsprenger“) haben hier ihre Büros. Weil das Konzept so gut läuft, soll neben dem alten nun auch noch ein neues Amt entstehen.

Geplant ist ein Gebäude mit 200 festen und zusätzlich 50 flexiblen Co-Working-Plätzen – letztere für Selbständige, die keinen Dauer-Arbeitsplatz benötigen, sondern ihren Schreibtisch je nach Bedarf buchen. Dach und ebenso die Fassade bekommen eine Begrünung, der Rohbau ist aus Holz. Nur das Sockelgeschoss besteht aus Stahlbeton. Alt- und Neubau zusammengerechnet sollen später einmal eine Nutzfläche von 5.300 Quadratmetern haben. Die Gesamtkosten für das zukunftsweisende Bauprojekt liegen bei 15 Millionen Euro.

Bei der Ausschreibung konnte sich die NAA-Genossenschaft unter anderem auch damit gegen deutlich finanzkräftigere Mitbieter durchsetzen, dass das weitläufige Erdgeschoss für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Im Gespräch sind Ausstellungen sowie gastronomische Angebote. Aufgrund der schwierigen Finanzierung will die Genossenschaft die Fläche nun voraussichtlich nicht mehr kaufen, sondern stattdessen das Erbbaurecht erwerben. Baubeginn ist frühestens Ende dieses Jahres.

>> Weitere Infos unter www.neuesamt.org

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