Radfahrer leben auf der Heimfelder Straße gefährlich. Foto: Diekmann

Andreas Göhring, Harburg. Radfahrer aus Heimfeld und Umgebung haben es satt, dass Behörden und Polizei ihre Ängste offenbar nicht ernst nehmen. Ihre Forderung nach Tempo 30 in der Heimfelder Straße wird immer wieder abgelehnt. Jetzt reicht es ihnen: Sie rufen in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) zu einer Protestaktion am Samstag, 10. September, von 11 bis 13 Uhr auf. Treffpunkt ist der Platz vor der Heimfelder St.-Paulus-Kirche.
Mit dem Fahrrad die Heimfelder Straße entlangzuradeln ist eine echte Mutprobe. HVV-Linienbusse donnern im Zentimeterabstand vorbei, und auch Pkw-Fahrer können bei Gegenverkehr den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand kaum einhalten. Zum Warten auf eine Möglichkeit zum sicheren Überholen fehlt vielen Autofahrern die Geduld. Manche Radfahrer weichen deshalb auf den Gehweg aus und gefährden dort die Fußgänger.
„So kann es nicht weitergehen“, sagt Hein Diekmann (ADFC). Harburger Bezirkspolitiker und auch das Bezirksamt unterstützen die ADFC-Forderung nach Tempo 30.
Aber gerade ist wieder ein positiver Beschluss der Bezirksversammlung am Veto von Polizei und Verkehrsbehörde gescheitert. Sie verweisen auf die geringe Zahl an Unfällen und auf jede Menge Vorschriften zur Einrichtung von Tempo-30-Zonen mit geänderter Vorfahrtsregelung oder von einzelnen Tempo-30-Abschnitten. Zusätzlich warnt die Verkehrsbehörde vor den „betriebswirtschaftlichen Folgen für die Hochbahn“ und „den Fahrtzeitmehrbedarf von bis zu drei Minuten“.
Diekmann: „Das überzeugt uns nicht.“ Die Lebensgefahr für Radfahrer könnten nicht mit den Hinweis auf rechtliche Vorschriften verringert werden. Deshalb will die rot-grüne Koalition in der Bezirksversammlung Ende September einen neu formulierten Antrag einbringen.

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