Ein Geldautomat soll bleiben, aber dieser Service wird wohl wegfallen: Christa H. wirft eine Überweisung in den Haspa-Briefkasten. Foto: Dirk Andresen

Kunden enttäuscht: Filiale schließt am 21. Oktober für immer ihre Pforten

Dirk Andresen, Eimsbüttel

Die schlechte Nachricht kam per Post. „Wir informieren Sie darüber, dass unsere Filiale in der Weidenallee zum 21. Oktober diesen Jahres um 13 Uhr geschlossen wird“, ließ die Hamburger Sparkasse die Kunden ihrer Zweigstelle im Herzen Eimsbüttels Anfang August schriftlich wissen. Ein Geldautomat werde in der Nähe installiert, ansonsten knapp auf die Haspa-Filiale im Schulterblatt verwiesen. Die Kundschaft ist enttäuscht bis empört – zumal die Bankbosse bei ihrer Filial-Plattmacherei immer mehr auch große, sehr gut florierende Standpunkte aus dem Firmennetzwerk eliminieren.

Da steht wohl ganz klar die Optimierung der Gewinne und nicht die Zufriedenheit der Kundschaft im Vordergrund.
Karl-Heinz Maas,
Haspa-Kunde

Christa H. ist seit fast 40 Jahren Haspa-Kundin, dass sie künftig ins Schulterblatt muss, um Überweisungen und andere bankliche Dinge zu erledigen, findet die 65-Jährige gar nicht gut. „Die Haspa gehört doch einfach hierher, sehr, sehr bedauerlich. Da werden wir demnächst wohl ziemlich lange in der Schlange stehen müssen. Die Herren da oben in der Unternehmenszentrale haben ihr Wort nicht gehalten. Und das Aus für viele Zweigstellen ist bei der Haspa inzwischen ja fast schon schlimmer als bei der Post.“

So hatte die Haspa bereits im Juni 2021 die Schließung der Filiale im Osdorfer Born angekündigt, auch die Niederlassung in den Luruper Elbgau Passagen war für die Konzernchefs offenbar nicht mehr rentabel genug.

Überhaupt kein Verständnis für so eine Firmen-Strategie hat Rentner Karl-Heinz Maas. Der 72-Jährige: „Traurig, dass die jetzt auch bei uns in der Weidenallee dichtmachen. Da steht wohl ganz klar die Optimierung der Gewinne und nicht die Zufriedenheit der Kundschaft im Vordergrund. Gerade viele ältere Menschen sind doch auf eine für sie einigermaßen erreichbare Bank- oder Postfiliale angewiesen, ich weiß, dass einige sogar regelrecht verzweifelt sind. Und ich werde den Eindruck nicht los, dass gerade alte Menschen, die sich bisher weigerten, ihre finanziellen Dinge online zu erledigen, jetzt mit einer zunehmenden Verknappung des Filialnetzes dazu gezwungen werden sollen.“

Haspa-Sprecherin Stefanie von Carlsburg: „Die Schließung von Standorten machen wir uns nicht leicht. Denn natürlich ist uns bewusst, dass wir den dortigen Kunden Unannehmlichkeiten bereiten. Diese versuchen wir dadurch zu minimieren, dass wir am Standort die Bargeldversorgung durch einen Geldautomaten aufrechterhalten. Auch wenn wir einzelne Filialen aufgeben, werden wir das mit weitem Abstand dichteste Filialnetz in Hamburg behalten. In unseren rund 100 Nachbarschaftsfilialen können sich Bürger austauschen.Vereine, Initiativen und Firmen können sich präsentieren.“ Nur eben ab Oktober nicht in der dafür bestens geeigneten Filialen Weidenallee …

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