Jan Fischer, kaufmännischer Geschäftsführer der Hamburg Towers. Foto: hamburg towers

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg. Neuer Name, neuer Trainer, neues Team: Beim Wilhelmsburger Basketball-Bundesligisten Hamburg Towers hat sich vieles geändert. Mit welchen Erwartungen gehen die „Veolia Towers Hamburg“ mit Headcoach Raoul Korner in die Saison 2022/23? Ein Interview mit Jan Fischer, dem kaufmännischen Geschäftsführer.

EW: Fraport Skyliners, Hakro Merlins Crailsheim, Alba Berlin – und jetzt Veolia Towers Hamburg. Warum haben Sie die Namensrechte an einen Sponsor verkauft?
Jan Fischer: Das Namenssponsoring durch Veolia gibt den Veolia Towers Hamburg langfristige Planungssicherheit und schafft eine Basis, auf der der Klub mittelfristig weiter wachsen kann. Die vergangenen zwei Jahre waren aufgrund der Corona-Pandemie eine sehr große Herausforderung. Ausbleibende Zuschauereinnahmen sowie Zusatzkosten zur Sicherstellung der gestiegenen Hygiene- und Sicherheitsvorgaben erschwerten das Wachstum und die Professionalisierung der Organisation. Diese sind jedoch unverzichtbar, um sich mittelfristig in der easyCredit Basketball Bundesliga zu etablieren.

Wie lange läuft der Vertrag? Wird eine längerfristige Zusammenarbeit angestrebt?
Der Vertrag zur Namenspartnerschaft läuft zunächst über drei Jahre bis zum Ende der Saison 2024/25. Zudem hat das verlängerte Engagement eine Signalwirkung. Denn Veolia bekennt sich damit zu den Towers und dem Standort Hamburg. Dass Veolia, als etablierter Player im Sportsponsoring, zukünftig die Zusammenarbeit intensiviert, ist ein herausragendes Zeugnis für die Arbeit der letzten Jahre, die auch auf persönlicher Ebene von überaus vertrauensvoller Zusammenarbeit gekennzeichnet ist. Die seit 2019 bestehende Partnerschaft ist darüber hinaus auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgelegt.

Werden die durch den Namensverkauf erzielten Einnahmen komplett in den Bundesliga-Kader investiert oder bleibt auch etwas für soziale Towers-Projekte im Stadtteil übrig?
Das Namenssponsoring von Veolia schafft eine Basis, auf der der Klub mittelfristig weiter wachsen kann. Die Sponsoringeinnahmen fließen in die Entwicklung unterschiedlicher Geschäftsbereiche, wovon auch der Breitensport und die offenen Sportprojekte profitieren werden.

Werden die sportlichen Ziele jetzt höher gesteckt?
Die Ziele der Veolia Towers Hamburg werden sich nicht ändern. Wir wissen, wo wir herkommen. Unser Ziel bleibt es weiterhin, uns als Team zu etablieren, das jährlich um die Playoff-Plätze in der easyCredit Basketball Bundesliga spielen will.

Viele Towers-Spieler haben sich ins Blickfeld anderer Vereine gespielt, lukrative Angebote erhalten und angenommen. Zur neuen Saison wird fast der gesamte Kader ausgetauscht. Ist das die Rolle der Towers oder kann sich das durch weitere Sponsoren ändern?
Wenn wir unseren Job so gut machen, dass wir sportlich erfolgreich sind, sich Spieler entsprechend gut bei uns entwickeln und sie danach zu deutlich finanzkräftigeren Klubs wechseln – können wir das als positives Ergebnis für unsere Arbeit verstehen. Nichtsdestotrotz ist es auch unser Wunsch, in Zukunft mehr Kontinuität im Kader zu haben. Längerfristige Sponsorenengagements sowie eine Planbarkeit und Ausweitung der Zuschauerkapazität sind dafür die Voraussetzung. Beides war in den ersten drei Bundesliga-Spielzeiten aufgrund der Corona-Pandemie nicht geben. Mit dem Engagement von Veolia wurde dafür eine sehr gute Basis geschaffen.

Erschweren die personellen Umwälzungen nicht die Identifikation der Fans mit dem Team?
Eine gewisse Fluktuation im Spielerpersonal gehört zu unserem Sport dazu. Auch wenn der Umbruch in diesem Jahr recht groß ist, glaube ich, dass sich die Fans sehr schnell für das neue Team begeistern werden.

Wo werden die Heimspiele ausgetragen? Alle im Inselpark?
Unsere Heimspiele in der easyCredit Basketball Bundesliga und im 7DAYS EuroCup finden in der edel-optics.de Arena statt.

Ist das Fassungsvermögen der edel-optics.de Arena mit ihren maximal 3.400 Plätzen zu klein angesichts des Zuschauerpotenzials der Towers?
Nach einer Saison ohne Zuschauer (2020/21) und einer Saison (2021/22) mit immer wieder reduzierten Kapazitäten und Zugangsbeschränkungen wird es zunächst unsere Aufgabe sein, die edel-optics.de Arena wieder regelmäßig bis auf den letzten Platz zu füllen. Mittelfristig benötigen wir eine größere Arena, um in der easyCredit Basketball Bundesliga erfolgreich zu sein. Eine größere Arena schafft neben einer erhöhten Zuschauerkapazität auch noch eine Vielzahl neuer Vermarktungsmöglichkeiten – hier sind wir in der edel-optics.de Arena fast am Limit angekommen.

Wie hoch war der Zuschauerschnitt in der vergangenen Saison?
Wir hatten in der easyCredit Basketball Bundesliga eine Auslastung von 80 Prozent, wobei die maximale Kapazität aufgrund der Hygieneauflagen zwischen 1.000 und 3.400 Zuschauern variiert hat.

Mit welchem Etat starten die Towers in die neue Saison? Welchen Anteil haben Zuschauer- und TV-Einnahmen?
Zum Gesamtetat und auch Anteilen geben wir auch weiterhin keine Auskunft.

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