Die Terriermischlingshündin Bibi wurde am 11. Juli gefunden. Die Hündin ist circa vier Jahre alt. Als sie gefunden wurde, trug sie ein Halsband mit Glitzersteinen – andere Wiedererkennungsmerkmale wie einen Chip gab es keine. Mittlerweile kann sie in ein neues Zuhause vermittelt werden. Fotos: HTV

HAMBURG. Man hatte es geahnt, weil es schon seit vielen Jahren so läuft: Die Sommerferien nahen, und damit steigen die Zahlen ausgesetzter Tiere, weil vielen der Urlaub dann doch wichtiger ist als das tierische Familienmitglied. Doch in diesem Jahr sind noch mehr Tiere zuhause ‘rausgeworfen worden, als befürchtet. Allein während der Sommerferien vom 7. Juli bis zum 17. August wurden insgesamt 212 ausgesetzte Tiere im Tierheim Süderstraße aufgenommen. 2021 waren es 174.
Wie kommt es zu dem traurigen Rekord in diesem Jahr? Für die Vorsitzende des HTV Janet Bernhardt sind die Lockerungen der Corona-Einschränkungen die Ursache. „Wir haben geahnt, dass einige Menschen sich ihrer tierischen Familienmitglieder entledigen werden, wenn Reisen ohne Einschränkungen wieder möglich sein werden.“
Seit Ferienbeginn wurden zehn Hunde, 97 Katzen (darunter 14 Katzenwelpen von drei trächtigen Katzen), 27 Kaninchen, ein Zwerghamster, eine Farbratte, 29 exotische Vögel, 30 Zuchttauben, zwei Hühner, eine Wachtel, elf Schildkröten, zwei Schlangen, und ein Gecko im Tierheim aufgenommen und nicht wieder abgeholt.

Die Terriermischlingshündin Bibi wurde am 11. Juli gefunden. Die Hündin ist circa vier Jahre alt. Als sie gefunden wurde, trug sie ein Halsband mit Glitzersteinen – andere Wiedererkennungsmerkmale wie einen Chip gab es keine. Mittlerweile kann sie in ein neues Zuhause vermittelt werden. Fotos: HTV

54 Ferienopfer überlebten nicht
Für 54 der Ferienopfer kam die Hilfe leider zu spät. Als sie gefunden wurden, ging es ihnen so schlecht, dass sie schon vor der Ankunft im Tierheim gestorben waren oder erlöst werden mussten.
Den Hamburger Tierschutzverein HTV stellt die große Zahl verstoßener Tiere in diesem Jahr vor besondere Probleme: Das Tierheim ist schon voll, seit es immer mehr Corona-Opfer aufnehmen musste: Ihre Halter hatten sich während der Pandemie mit Homeoffice und mehr Zeit durch Kurzarbeit Haustiere angeschafft, sind damit nun aber angesichts des Nach-Corona-Alltags offenbar überfordert.
Das führte dazu, dass vor allem bei den Katzen und Kleintieren wie Kaninchen das Tierheim voll belegt ist. Warum fand man vergleichsweise wenig Hunde? In Hamburg gibt es eine Chippflicht, so Bernhardt. So kann man die Besitzer leichter ausfindig machen. Für Katzen gibt es so eine Pflicht bisher nicht. Der Tierschutzverein hat deshalb schon lange eine Katzschutzverordnung mit Chippflicht eingefordert, doch die schlummert noch zur Beurteilung bei der Stadt Hamburg.

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