Erneut Ziel der Vandalen: Die Filiale der Deutschen Bank in der Osterstraße. Foto: Dirk Andresen

Anschläge auf Deutsche Bank und Vattenfall –
Klimaaktivisten vorschnell verdächtigt

Dirk Andresen, Eimsbüttel

Es sind gespenstische Szenen: Angezündete Mülleimer lodern mitten auf der Straße, grölende Gestalten holen friedlich schlummernde Anwohner mit lautem Gebrüll, das durch die Häuserschluchten hallt, aus dem Schlaf. Dumpfe Schläge, lautes Knallen, berstende Scheiben – es ist ein Albtraum. Aber kein fiktiver, weit weg, sondern geschehen in der Nacht zum 11. August diesen Jahres in der Eimsbütteler Osterstraße. Die Polizei ermittelt fieberhaft – tappt auf der Suche nach den Tätern bisher allerdings noch im Dunkeln.

Anwohner und ein Sicherheitsdienst hatten in der Nacht um kurz vor zwei Uhr Alarm geschlagen. Eine Gruppe von Personen soll demnach sieben Scheiben bei der Deutschen-Bank-Filiale mit Hämmern eingeschlagen, Farbbeutel in den Vorraum geworfen und die Außenwände beschmiert haben. Zudem wurden drei Scheiben der Vattenfall-Niederlassung in der Osterstraße eingeschlagen und ein Farbbeutelanschlag auf einen Handy-Laden verübt.

Die Filiale ist geöffnet und für die Kunden wie gewohnt zugänglich. Was die Ermittlungen angeht, bitten wir Sie, sich an die Polizei zu wenden
Sprecherin der
Deutschen Bank

Obwohl die Polizei mit mehreren Streifenwagen anrückte und ziemlich zügig auch einige verdächtige Personen im nahegelegenen Unna-Park überprüfte – blieb sie bis Redaktionsschluss ohne einen Fahndungserfolg. Nach den verheerenden Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg im Jahr 2017 und der Tatsache, dass jetzt zeitlich parallel zum frischen Anschlag in Hamburg Klimaaktivisten unter anderem ein Camp im Volkspark organisiert hatten, hieß es zunächst aus Ermittlerkreisen, dass ein Zusammenhang mit den Anschlägen zumindest naheliegen könnte.

Aber dieser Verdacht wurde offenbar vorschnell unter die Leute gebracht. Inzwischen wird offiziell in alle Richtungen ermittelt. Auf Anfrage des Elbe Wochenblattes erklärte eine Sprecherin der Polizei Hamburg jetzt: „Es gibt derzeit keinen neuen Sachstand, die Ermittlungen laufen weiter.“

Extrem bedeckt halten sich in der Bewertung auch die betroffenen Unternehmen. Obwohl ihre Filiale in der Osterstraße bereits zum dritten Mal nach 2017 und 2018 Ziel eines solchen Anschlags wurde, reagierte die Deutsche Bank sehr vorsichtig. Eine Unternehmenssprecherin zum Elbe Wochenblatt: „Die Filiale ist geöffnet und für die Kunden wie gewohnt zugänglich. Was die Ermittlungen angeht, bitten wir Sie, sich an die Polizei zu wenden.“ Eine Mitarbeiterin der betroffenen Vattenfall-Niederlassung schweigt auf Nachfrage konsequent: „Ich kann und darf die Vorgänge nicht kommentieren.“ Das übernimmt dafür eine Mitarbeiterin des O2-Shops gegenüber der attackierten Deutschen-Bank-Filiale: „Fürchterlich, was hier passiert ist. Warum machen die das? Was versprechen die sich davon? Einfach nur dumm und bescheuert!“

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