Die Ursprünge des Jenischparks – früher eine private Parkanlage – reichen mehr als 200 Jahre zurück. Absolutes Highlight für Besucher ist der freie Blick auf die Elbe. Foto: Joachim Schnitter

Othmarschen. Müll auf dem Rasen, beschmierte und kaputte Bänke, Partylärm bis tief in die Nacht: Innerhalb der vergangenen zweieinhalb „Corona-Jahre“ hat sich der Jenischpark mehr und mehr zum Hotspot für private Feiern – insbesondere bei Jugendlichen – entwickelt. Dem Altonaer Bezirkspolitiker Andreas Bernau (SPD) geht dies schon lange gegen den Strich. „Wir haben nichts gegen Partys, aber irgendwann muss auch mal Schluss sein“, so Bernau.
Bis drei oder vier Uhr nachts sei jedenfalls „nicht okay“. Ebenso ärgert sich der SPD-Mann über Hundehalter, die ihre Vierbeiner im Park ohne Leine laufen lassen. „Diese Umstände schaden nicht nur den einheimischen Tieren und der gesamten Gartenanlage, sondern führen auch immer wieder zu Beschwerden der Anwohner, die rund um den Park abends und nachts ihre Ruhe genießen möchten.“ Um der Probleme Herr zu werden, haben sich nun SPD und FDP in einem gemeinsamen Antrag für einen „runden Tisch“ unter Beteiligung von Bezirksamt, Polizei und Anwohnern ausgesprochen. Auch Schülervertreter von benachbarten Schulen könne man einladen, schlägt Bernau vor. „Je mehr Player wir dazukriegen, desto besser.“
Besonders in den beiden Sommern 2020 und 2021 war der Jenischpark regelmäßig in den Schlagzeilen gelandet: Anwohner hatten sich über Jugendliche beschwert, die laute Musik hörten und Alkohol tranken.

„Das Problem besteht seit Jahren . Wenn wir nichts unternehmen, verbessert sich auch nichts“, sagt der Altonaer SPD-Politiker Andreas Bernau, Fachsprecher für Grün, Naturschutz und Sport. Foto: PR

Aktuelle Lage ist ruhiger
In einem Fall (im August 2020) eskalierte die Situation laut Presseberichten derart, dass mehrere Streifenwagen anrücken mussten. Als ein 18-Jähriger festgenommen werden sollte, seien Glasflaschen geflogen, ein Beamter sei verletzt worden. Darüber hinaus wurden Bänke aus ihren Verankerungen gerissen, die historische „Eierhütte“ unweit vom Eingang Teufelsbrück wurde mit Graffitti verunziert.
Aktuell ist die Lage offenbar deutlich ruhiger: „Das für den Jenischpark zuständige Kommissariat 25 erreichen lediglich vereinzelt Beschwerden über ruhestörenden Lärm“, erklärt Polizeipressesprecher Sören Zimbal. Der Park stelle aktuell „keinen Schwerpunkt polizeilichen Handelns“ dar. Trotzdem gingen die Polizisten regelmäßig Streife im Park, um neuen Problemen vorzubeugen.
Nach Auskunft des Bezirksamts Altona gibt es zurzeit nichts, was im Park instandgesetzt werden müsste. Trotzdem ist die Angelegenheit für Amtssprecher Mike Schlink damit nicht aus der Welt: „Leider ist in vielen Bereichen unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren ein Rückgang gegenseitiger Rücksichtnahme zu beobachten. Dies gilt insbesondere für Bereiche, die der Allgemeinheit zur Verfügung stehen und die leider immer wieder verschmutzt werden“, sagt er.
Trotz der allgemeinen Einsicht wird aus dem angedachten „runden Tisch“ wohl erstmal nichts: Die anderen Parteien lehnten den SPD/FDP-Vorschlag ab. Ohne die eigentlichen Problemverursacher dabeizuhaben, bringe dies wenig, hieß es zur Begründung.

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