Das MidSommerland wird für 20 Millionen Euro saniert und erweitert. Foto: Bäderland

Bäderland saniert das Midsommerland und baut ein Becken mit 25-Meter-Bahnen, in dem man auch Schwimmen lernen kann

Andreas Göhring, Harburg

Das Midsommerland an der Außenmühle wird wieder zu einem „richtigen Schwimmbad“. Die Umweltbehörde hat mitgeteilt, dass sie für die beliebte Freizeitanlage 30 Millionen Euro ausgeben will. Davon wird vor allem die dringend notwendige Sanierung des mehr als ein Vierteljahrhundert alten Bads finanziert, es bleiben aber auch noch 9,4 Millionen Euro für ein Becken mit vier 25-Meter-Bahnen und ein Sprungbrett aus bis zu drei Metern Höhe übrig.

Mit dieser Zusage korrigieren Senat und die Bäderland GmbH einen Fehler aus den 90er-Jahren, als sie das marode alte Schwimmbad platt machten und durch einen Freizeittempel mit Aromagrotten, Whirlpool und Planschbecken ersetzen. „Das ist Schickimicki“, stöhnten damals Harburgs Schwimmer. Was viel schlimmer war: Mit dem Wegfall von echten Schwimmbecken und ausreichender Wassertiefe war ein nachhaltiger Schwimmunterricht für Harburgs Jugend kaum noch möglich. Es sei denn, sie waren bereit, nach Wilhelmsburg oder Neugraben auszuweichen. Wenn sie Glück hatten, konnten sie dort auch ein paar Schwimmstunden ergattern.

Die Bezirkspolitiker hörten die Beschwerden und versprachen, sich für die Sorgen Harburger Eltern „einzusetzen“. Und auch in den jeweiligen Koalitionsverträgen auf Bezirksebene tauchten immer wieder Absichtserklärungen auf. Doch all dies wurde nördlich der Elbe nicht gehört.

Erst Juliane Eisele und ihre Unterstützerinnen erhöhten mit ihrer Initiative „Yes We Swim!“ und einer beeindruckenden Unterschriftensammlung den Druck. Schließlich wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis muss die Umweltbehörde beeindruckt haben, denn es gab sogar die Zusage für ein richtiges Schwimmbecken – aber nur, wenn die Initiative das Geld dafür aufbringe. Das war ein Rückschlag! Die Initiative kämpfte weiter. Und hatte Erfolg. Nun zahlt die Stadt, nur noch die Bürgerschaft muss der Finanzierung zustimmen.

Irritierenderweise melden sich nun aber auch alle mögliche Politiker aus Harburg in Pressemitteilungen zu Wort und reklamieren einen Teil des Erfolgs für sich. Auch sie hätten sich schließlich für ein echtes Schwimmbecken eingesetzt.

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