Wie lange die Fegro-Halle noch genutzt werden kann, ist im Moment fraglich. Foto: mag

Reserveunterkünfte für Flüchtlinge im Hamburger Süden
werden gebraucht

Andreas Göhring, Hamburg-Süd

Rund 70 Schutzsuchende aus aller Welt müssen Woche für Woche in Hamburger Notunterkünften untergebracht werden. Die Tendenz ist steigend. Die Entscheidung, nach Rückgang der Flüchtlingszahlen nicht alle leerstehenden Unterkünfte im Bezirk Harburg abzubauen, sondern eine Reserve vorzuhalten, war offenbar richtig.

Die Fegro-Halle an der Schlachthofstraße ist die erste Reserve, auf die zurückgegriffen wird. Zurzeit leben dort etwa 400 aus der Ukraine geflüchtete Menschen, insgesamt könnten wohl 600 dort untergebracht werden. Sowohl der Harburger Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, der die Unterkunft betreibt, als auch der Landesbetrieb Fördern und Wohnen betonen, dass es sich hier um eine Notunterkunft handelt. Die Menschen würden so schnelle wie möglich in richtige Wohnanlagen umziehen.

Wie lange die Fegro-Halle auf diese Weise genutzt werden kann, ist noch offen. Erst im Juni hatte die Handelshof Immobilien GmbH & Co. KG die Immobilie an den Projektentwickler Aurelis Real Estate verkauft. Schon vor einem Jahr war der Pachtvertrag mit der Stadt Hamburg abgelaufen, welche die Halle für verschiedene Zwecke nutzte. Dieser Vertrag konnte aber immer wieder kurzfristig verlängert werden.

Die Sozialbehörde hat inzwischen auch ein Auge auf den Schwarzenberg geworfen. Dort war von November 2014 bis Mitte 2017 eine Erstaufnahme für Geflüchtete eingerichtet worden. „Das ist keine Frage des ,ob’, sondern eine des ,wann’“, sagt Behördensprecher Martin Helfrich.

Auch auf dem Gelände der Stadtteilschule Süderelbe am Neumoorstück gibt es eine Reserve. Dort könnten 152 Schutzsuchende untergebracht werden. Allerdings ginge das nicht von heute auf morgen, nach Einschätzung des Bezirksamts wäre eine Inbetriebnahme nicht vor dem dritten Quartal 2023 möglich.

Geplant sind unter anderem auch die Verlängerung von Nutzungsgenehmigungen. So ist die Unterkunft am Rotbergfeld in Langenbek eigentlich nur bis 22. Dezember diesen Jahres befristet. Nach Auskunft des Bezirksamts soll es inzwischen aber schon ein Gespräche mit der örtlichen Anwohnerinitiative gegeben haben, in dem es um eine Verlängerung der Frist ging. Was bei dem Gespräch vereinbart wurde, ist bisher nicht bekannt.

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