Austausch in der Sillemstraße: Fabian Dreyer (r. Tiko-Tischlerei) mit Silke Seif (l. CDU-Bürgerschaftsabgeordnete), Robert Klein (Grüner Abgeordneter der Bezirksversammlung) und Anne Effenberger (Bezirkshandwerksmeisterin Eimsbüttel).Foto: Handwerkskammer Hamburg

Handwerksbetrieben droht wegen Bewohnerparken Verdrängung an den Stadtrand

Horst Baumann, Eimsbüttel

„Wo sollen wir unsere Betriebsfahrzeuge parken, wenn in Hoheluft West und im Osterstraßenquartier Bewohnerparken eingeführt wird?“ Diese Frage beschäftigt rund 250 Handwerksbetriebe in diesen Gebieten. Das Problem: Während Bewohner einen Parkausweis beantragen können, gelten die Betriebe laut Gesetz nicht als Anwohner und mit Ausnahmeregelungen war die Verkehrsbehörde bisher äußerst sparsam. Und wenn sie erteilt wurden, galten sie nur für einen Teil der Fahrzeuge.

Alle betriebsnotwendigen Fahrzeuge sollen am Betriebssitz im Bewohnerparkgebiet parken können
Hjalmar Stemmann,
Handwerkskammer Hamburg

Ein Installateur, ein Tischler, ein Glaser und ein Rollladen- und Sonnenschutztechniker schilderten Bürgerschaftspolitikern und Vertretern aus der Eimsbütteler Bezirkspolitik in der vergangenen Woche auf Vermittlung der Handwerkskammer Hamburg ihre Sorgen. So schilderte Fabian Dreyer von der Tiko-Tischlerei, dass die Parkplatzsituation für ihn in der Sillemstraße in einem Bewohnerparkgebiet noch schwieriger werden würde.

Mehr Verkehr droht

Kammerpräsident Hjalmar Stemmann sagt dazu in einer Pressemitteilung: „Bewohnerparkgebiete haben ihren Sinn – in der heutigen Form entfalten sie aber auch eine negative Lenkungswirkung, die Handwerksbetriebe aus den Quartieren vertreibt, dem Leitbild der nutzungsgemischten Stadt entgegenwirkt und die Stadt Gewerbesteuern kostet.“ Eine Verdrängung der Betriebe in die Außenbezirke oder gar aus Hamburg heraus würde nicht weniger, sondern mehr Verkehr nach sich ziehen.

Kammerchef Stemmann weiter: „Im Masterplan Handwerk 2030 haben es Senat und Kammer gemeinsam festgeschrieben: Alle betriebsnotwendigen Fahrzeuge sollen am Betriebssitz im Bewohnerparkgebiet parken können. Dieser Zusage müssen jetzt schnell Taten folgen.“

>> www.hwk-hamburg.de

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