Schülerin Emma und ihr Labradoodle Hanni: „Wir gehen viel zusammen ´raus, und ich habe schon gemerkt, dass viele Kinder Hanni streicheln wollen, sich aber nicht trauen.“ Foto: Calvi

Tipps aus dem Stadtteil für den richtigen Umgang mit den Vierbeinern

Jenifer Calvi, Bezirk Eimsbüttel

Gemessen an der Einwohnerzahl 269.228 im Bezirk kommt auf rund jeden 22. Eimsbütteler ein Hund. Haben Sie auch einen vierbeinigen Nachbarn im Haus? Schon wenige Tricks sorgen für ein gutes Miteinander. Rund 12.333 Hunde gibt es im Bezirk, Tendenz steigend. Nicht alle Eidelstedter sind begeistert von dem tierischen Zuwachs: Sie sind nicht nur von den Hinterlassenschaften der Vierbeiner genervt, oft gibt es auch Missverständnisse in der „Mensch-Hund-Kommunikation.“ Zwei Hundetrainer geben Tipps.

Kinder sind für viele junge Hunde, die gern spielen, interessant
Nicole Sautter,
Hundetrainerin

So empfiehlt Nicole Sautter von der Hundeschule „Elbpfoten“ Eltern, Erziehern und Lehrern, bereits Kindern im frühen Alter einen entspannten Umgang mit Hunden beizubringen. Das geht im Kindergarten wie in der Schule. Grund: „Kinder sind für viele junge Hunde, die gern spielen, interessant.“ Sind die Kids aber Begegnungen mit einem Hund nicht gewohnt, und ist dieser zu stürmisch, kann es schnell zu Tränen kommen. Das will niemand. Wer möchte, kann Hundetrainer samt Hund stundenweise für die Kita oder die Schule buchen (zum Beispiel www.elbpfoten.de).

Häufig gibt es auch auf dem Bürgersteig Konflikte zwischen Hund und Mensch. Der Verkehr im dicht besiedelten Eimsbüttel samt Hoheluft ist für viele Vierbeiner anstrengend. Donnern E-Roller, Lastenräder oder Skateboards an ihnen vorbei, machen sich manche Hunde mit Bellen Luft. Bleibt ein Stadthund nicht entspannt, sondern wird zu aufgeregt, sollte er in die Verkehrserziehung – auch dafür sind Hundetrainer da. Übrigens: „Hunde mit einer Leinenbefreiung – hierfür muss eine Prüfung abgelegt werden – dürfen überall in der Stadt ohne Leine laufen, außer an ausgewiesenen Stellen, wie zum Beispiel in Parks“, klärt Sautter auf. Hunde, die keine Leinenbefreiung haben, sind an der Leine zu führen (Mehr Infos: https://www.hamburg.de/anleinpflicht/).

„Hunde gehören längst dazu“, sagt auch Bernd Buchheister. Für alle, die den Umgang mit einem fremden Hund nicht gewohnt sind, empfiehlt der Hundetrainer: „Nie frontal auf einen Hund zugehen und ihm über den Kopf streicheln – der Hund sieht dies nicht als Freundlichkeit, sondern als Bedrohung an.“ Besser: „Beim Kennenlernen immer seitlich zum Tier stehen und den Hund schnüffeln lassen“. Buchheister nimmt vor allem die Hundehalter in die Pflicht, damit es keinen Unfrieden zwischen Hundehaltern und Hundelosen gibt: „Hundebesitzer müssen ihre Aufmerksamkeit auf den Hund richten, er ist ja kein Anhängsel oder Accessoire.“ So werden unangenehme Zwischenfälle bereits im Vorfeld ausgebremst. Bedeutet auch: „Handy beim Gassi gehen in die Tasche stecken und voll auf den Hund konzentrieren, dabei die Umgebung, wie etwa herankommende Hunde, im Auge behalten.“ Wuff – eine gute Idee!

 

Bezirkshunde

Welche Hunderassen sind in Eimsbüttel am häufigsten vertreten? Insgesamt steuerpflichtige 12.333 Hunde wohnen in Eimsbüttel. Die Rassen sind so vielfältig wie das Viertel. So gibt es unter anderem einen Afghanischen Windhund, fünf Bernhardiner, 22 Rottweiler und 67 belgische Schäferhunde sowie 113 Rhodesian Ridgebacks, 313 Chihuahuas, 350 Pudel, 472 Golden Retriever, 452 Französische Bulldoggen und 500 Jack Russel Terrier. Gemessen an der Einwohnerzahl mit 269.228 kommt auf rund jeden 22. Eimsbütteler ein Hund. Würde man nur die Gruppe der 12- bis 17-Jährigen mit 12.087 nehmen, so hätte rein statistisch gesehen jeder Jugendliche in Eimsbüttel einen bellenden Vierbeiner.

 

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