„Wohnen hoch drei“ bei einem gemeinsamen Fototermin: Baubeginn sollte ursprünglich in diesem Jahr sein, doch langsam rennt den Beteiligten die Zeit davon. Foto: Wohnen hoch drei

Auch die Marmstorfer Kleinbaugenossenschaft „Wohnen hoch drei“ braucht Unterstützung. Es fehlen fast 500.000 Euro

Ch. v. Savigny, Harburg

Klimafreundlich, genossenschaftlich und sozial gefördert: Seit nunmehr sechs Jahren setzen sich die Initiatoren des Marmstorfer Bauprojekts „Wohnen hoch drei“ dafür ein, ihren Traum vom gemeinschaftlichen, selbstbestimmten Leben Wirklichkeit werden zu lassen. Doch seitdem Anfang des Jahres der Bund die Förderung für den Bau von Niedrigenergiehäusern gestoppt hat, ist das Projekt akut bedroht.

Darüber hinaus machen exorbitant gestiegene Baukosten den Teilhabern das Leben schwer. „Wir sind persönlich bis an die Grenze des finanziell Möglichen gegangen“, berichtet Wiebke Hansen, die selbst mit Partner und Kind einziehen möchte. „Doch es fehlen immer noch 400.000 bis 500.000 Euro.“

Wir glauben nach wie vor fest an unser Projekt
Wiebke Hansen,
Kleingenossenschaft
Wohnen hoch drei

Gemeinsam mit den Hamburger Baugenossenschaften „Baumhaus Altona“ und „BG Mesterkamp“ (Barmbek-Süd) wendet sich das Harburger Projekt nun mit einem flammenden Appell an die Stadt Hamburg: Die Förderrichtlinien der Investitions- und Förderbank (IFB) müssten dringend angepasst werden. Auch einen „Krisengipfel für Kleingenossenschaften“ unter Beteiligung von Politik, Verwaltung, HafenCity und der IFB fordert das Bündnis. „Als Kleingenossenschaften wollen wir bezahlbaren Wohnraum mit geförderten Mieten schaffen, vor allem für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen”, sagt Tilo Schmidtsdorff, Vorstand der Baugenossenschaft Mesterkamp. „Wir sind dringend auf die schnelle Unterstützung der Stadt Hamburg angewiesen, um nicht zu scheitern.”

Nachbarschaftliches Wohnen: Die geplanten Mehrfamilienhäuser sollen zusätzlich Gemeinschaftsräume, Büros und Werkstätten bekommen. Grafik: Limbrock Tubbesing Architekten

Auf einem rund 3.500 Quadratmeter großen Baufeld unweit des Harburger Stadtparks wollen die Genossenschaftler von „Hoch drei“ zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 24 Wohnungen errichten. Beteiligt an dem Projekt sind Menschen aller Altersgruppen und Berufsstände, darunter Pädagogen, Geisteswissenschaftler und Handwerker – insgesamt 35 Erwachsene und 23 Kinder. Die beiden Häuser bekommen jeweils eine Fotovoltaikanlage und werden nach IFB-Standard „KfW 40+“ gebaut, das heißt, sie dürfen nur 40 Prozent der Energie eines Durchschnittshauses verbrauchen. Das Pluszeichen weist zudem darauf hin, dass diese Energie zum Teil selbst erzeugt wird.

Zu einem Teil droht die Finanzierung auch an Auflagen zu scheitern, die die Genossenschaftler partout nicht einsehen können: So zum Beispiel soll die Fassade laut Bauamt verklinkert werden. „Wir halten das weder für besonders ästhetisch, noch hätte die Maßnahme irgendeinen ökologischen Wert“, sagt Hansen. Hoffnung macht auf der anderen Seite, dass die Stadt als Ersatz für den Wegfall der KfW-Förderung eingesprungen ist – allerdings nur mit einem Drittel der ursprünglichen Summe. Trotzdem: „Wir glauben nach wie vor fest an unser Projekt“, sagt Wiebke Hansen.

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