Immer noch ein Geheimtipp: das Elbufer bei Finkenriek. Foto: cvs

Sommerwetter lockt Ausflügler ans Elbufer von Finkenriek –
Umweltbehörde warnt vor gefährlicher Strömung

Ch. v. Savigny, Hamburg-Süd

An Hamburgs bislang heißesten Tag des Jahres ist der Strand von Finkenriek selbst abends gegen 20 Uhr noch so voll, als befände man sich an der italienischen Riviera – und nicht an der Hamburger Süderelbe. Gruppen von jungen Leuten sitzen im Sand, trinken Bier und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Etliche Familien mit kleinen Kindern haben den Grill ausgepackt, mancherorts wird sogar Shishapfeife geraucht. Hier und da hört man fremdländische Wortfetzen, denn der Strand ist genauso multikulti wie sein Stadtteil.

Am Wochenende wacht die DLRG – dennoch ist beim Baden höchste Vorsicht angebracht. Foto: cvs

Jan-Ole (25), Philip (24), Tom (25), Sören (26), Ole (23) und Mattis (24), allesamt Ingenieursstudenten an der TU Harburg, haben sich im warmen Sand niedergelassen, um nach der Lernerei für die Uni ein wenig auszuspannen. „Nett hier“, sagen sie. Nur mit dem Baden müsse man vorsichtig sein. „Ein bisschen weiter draußen ist es wie in einer Gegenstromanlage – das kann echt gefährlich werden.“ Die meisten der TU-Kommilitonen wohnen auch in Harburg – und von dort aus sei Finkenriek einfach am schnellsten zu erreichen. „Das einzige, was hier noch fehlt, ist eine Stadtrad-Station“, finden sie.

Nena (25) und Kathie (26), zwei junge Frauen aus Wilhelmsburg, sehen es ähnlich. „Der Strand hat eine schöne Atmosphäre“, sagt Nena. Auch die vielen schattenspendenden Büsche und Bäume findet sie gut. „Bei gutem Wetter bin ich bestimmt zweimal pro Woche hier“, berichtet sie. Dass an manchen Stellen Dreck und Grillkohle herumliegen, stört ihre Freundin Kathie nicht weiter. „Dafür, dass hier so viele Leute sind, ist es echt sauber.“

Offiziell ist das Baden in der Elbe nicht verboten – die zuständige Umweltbehörde rät aber davon ab: „Die Elbe ist kein ausgewiesenes Badegewässer, da sie die entsprechenden Anforderungen weder qualitativ noch sicherheitsbedingt erfüllt“, erklärt Pressesprecherin Renate Pinzke. Besondere Gefahren gingen von der starken Strömung und dem Schiffsverkehr – im Fachjargon „Sog“ und „Schwell“ – aus.

Mangelnde Sichttiefe erschwere die Bergung von verunglückten Personen. „Außerdem muss nach starken Regenfällen aufgrund von Mischwasserüberläufen aus dem Sielnetz mit höheren bakteriellen Belastungen gerechnet werden“, so Pinzke.

 

Strandpflege

Für die Pflege des Strandabschnitts von Finkenriek ist nach eigener Auskunft die HPA (Hamburg Port Authority) zuständig. „In der Zeit vom Mitte März bis Ende Oktober 2022 werden die Strandflächen jeweils montags und freitags von Unrat befreit“, erklärt HPA-Sprecherin Sinje Pangritz. Bei der Gelegenheit würden auch die 15 vor Ort aufgestellten Mülltonnen geleert. Zusätzlich habe man einen Grillkohlebehälter aufgestellt. Bei Bedarf führt die HPA Sonderreinigungen durch. Im November werden die Tonnen laut Unternehmen für den Winter eingelagert.

Eine Besonderheit ist der sogenannte Beachcleaner: „Das Gerät, das den Sand siebt und von Unrat befreit, fährt bis zu sechsmal im Jahr“, so Pangritz.

Darüber hinaus kümmert sich die HPA um den erforderlichen Baum- und Heckenschnitt.

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