Die Veloroute 10 führt über die Elbbrücken in die südlichen Stadtteile Hamburgs. Foto: cvs

Nach Einrichtung von Fahrradstraßen fehlen Autostellplätze – Regionalausschuss fordert Neuregelung

Ch. v. Savigny, Veddel

Radfahrer, die von den Elbbrücken aus in Richtung Süden unterwegs sind, finden auf der Veddel neuerdings beste Radelbedingungen vor: Sowohl der auf direkter Route liegende Sieldeich als auch die Veddeler Brückenstraße sind zu Fahrradstraßen umgewidmet worden.

Das heißt: Autos sind nur dann zugelassen, wenn (wie in diesem Fall) ein Zusatzschild dies erlaubt. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, generell gilt als Höchsttempo 30 km/h. Der Bodenbelag wurde geglättet, die Beschilderung deutlich verbessert. Weiterhin stehen jetzt etwa 200 Fahrradbügel zum Anschließen von Zweirädern zur Verfügung. Die Maßnahme ist Teil des Ausbaus der Veloroute 10, die vom Hamburger Rathausmarkt bis nach Neugraben führt.

Brandneue Parkplätze – in diesem Fall allerdings für Zweiradfahrer. Foto: cvs

Doch wo für den einen Platz geschaffen wird, fällt für den anderen etwas weg: Durch den Straßenumbau und das Anbringen der Parkbügel sind etliche Kfz-Parkplätze verschwunden. Autofahrer, die einen Stellplatz am Straßenrand suchen, sind dieser Tage oft lange unterwegs. Der Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel sprach sich daher in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause für eine Bewohnerparkzone auf der kleinen Elbinsel aus. „Die Parkraumsituation im Stadtteil ist aktuell nicht tragbar“, heißt es in dem Antrag, der von allen Fraktionen unterstützt wurde. Viele Anwohner hätten sich bereits bei der örtlichen Politik beschwert.

Die Verkehrsbehörde (BVM) steht dieser Forderung grundsätzlich positiv gegenüber: „Eine Untersuchung von vier Hamburger Bewohnerparkgebieten hat kürzlich gezeigt, dass mit dem Fernbleiben der gebietsfremden Fahrzeuge dem hohen Parkdruck entgegengewirkt werden kann“, erklärt BVM-Sprecher Manuel Fricke. „In den Gebieten konnte der Parkdruck gesenkt werden, und die Bewohner vor Ort finden leichter und schneller einen Parkplatz.“ Vor diesem Hintergrund werde der Landesbetrieb Verkehr den Parkdruck und die Situation auf der Veddel prüfen.

Bislang hat Hamburg 13 Bewohnerparkzonen. Die meisten finden sich westlich der Alster, einige in der Innenstadt, in Billstedt und Fuhlsbüttel. Für derzeit 65 bis 70 Euro pro Jahr können Anwohner eine Parkberechtigung erwerben. Eine Garantie auf einen Stellplatz gibt es aber nicht. „Fremdparker“ zahlen in der Regel drei Euro pro Stunde. Handwerker und Gewerbetreibende können Ausnahmegenehmigungen beantragen.

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