Teures Ärgernis für Anwohner Christian Eldagsen: Auf dem Bürgersteig parkende Fahrzeuge werden neuerdings kostenpflichtig verwarnt. Foto: cvs

Für Christian Eldagsen wird es jetzt teuer. Richtig teuer. Fast 170 Euro muss der Anwohner dafür bezahlen, dass er sein Auto, ein Renault Twingo, auf dem Bürgersteig abgestellt hat. „Tatort“ ist der Bahrenfelder Kirchenweg – genauer gesagt die Westseite der Straße, zwischen den Einmündungen von Gas- und Hegarstraße. Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten werde hier so geparkt, sagt Eldagsen. Probleme habe es bislang keine gegeben. Was ihn besonders ärgert: „Beim ersten Mal klemmte noch nicht einmal eine Notiz an der Windschutzscheibe“, berichtet er. „Ich konnte also gar nicht darauf reagieren.“ Das Resultat waren zwei Forderungen über je 55 Euro – die sich nun sogar auf jeweils 83,50 Euro verteuert haben, weil Eldagsen Widerspruch eingelegt hat. Als selbständiger Kleinunternehmer habe er Schwierigkeiten, die Rechnung zu bezahlen. „Warum konnte man keine Warnung aussprechen? Für mich ist das Behördenwillkür!“

Rein rechtlich gesehen scheint die Lage klar: Laut Straßenverkehrsordnung ist das Parken auf Bürgersteigen verboten – es sei denn, ein entsprechendes Schild (Nr. 315 laut StVO) erlaubt dies explizit. Laut Polizeipressesprecher Florian Abbenseth sind die Verwarnungen daher rechtens. „Eine jahrelange ‚Duldung‘ beziehungsweise Nichtsanktionierung kann nicht als Grundlage für zukünftiges und verbotswidriges Parken herangezogen werden“, erklärt Abbenseth. Ebensowenig könne das fehlende erste „Knöllchen“ hinter dem Scheibenwischerblatt als Grund für einen erfolgreichen Widerspruch herangezogen werden. „Eine solche Notiz dient nur dem Hinweis, dass ein ordnungswidriges Verhalten festgestellt wurde“, sagt der Sprecher. Nach Auskunft der Pressestelle sind im Vorfeld übrigens tatsächlich entsprechende Hinweisflyer („Parke nicht auf unseren Wegen“) verteilt worden – erst danach seien die Verwarnungen erfolgt.

Es bleibt die Frage: Warum gerade jetzt? Entstehen hier demnächst neue Radwege? Eine Bewohnerparkzone? Das Bezirksamt winkt ab. „Für den Bahrenfelder Kirchenweg gibt es aktuell keine Planungen“, erklärt Amtssprecher Mike Schlink.

Holger Sülberg, verkehrspolitischer Sprecher der Altonaer Grünen-Fraktion, kann den Ärger der Pkw-Halter verstehen. „Der Parkdruck ist zurzeit sehr hoch“, so Sülberg. Der Grünen-Politiker empfiehlt den Betroffenen, eine Eingabe im Altonaer Verkehrsausschuss zu machen oder sich schriftlich an die Fraktionen zu wenden.

1 KOMMENTAR

  1. Gehwege sind auch zum spielen da. Autos stören auf dem Bürgersteig beim Rollschuhfaren, Inlineskaten, GoKartrasen, Tretrollerrollen, Fahrradfahren (bis 12 Jahre) Himmel und Hölle…

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