Solche öffentlichen Trinkwasserspender wie hier an der Alster möchten die Grünen auch in Harburg sehen. Foto: HWW

Sabine Langner, Hamburg-Süd. In südlichen Ländern wie Italien oder Frankreich gibt es an jeder Ecke Brunnen, aus denen sauberes Wasser sprudelt – und an denen Touristen ihre Trinkflaschen füllen können. In ganz Hamburg finden sich bisher vier Trinkwasserspender: Zwei stehen an der Alster, einer im Hamburger Stadtpark und einer an den Landungsbrücken. Keiner in Harburg. „Das muss sich ändern“, findet die grüne Bezirksfraktion und fordert öffentliche Wasserspender für Harburg.
Entstanden ist diese Idee, als sich Hamburg der „Blue Community“ angeschlossen hat. Eine Initiative, die einen Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen fordert. „Ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung der Blue Community Prinzipien sind die Einrichtung und Unterhaltung von Trinkwasserspendern, Trinkwasserbrunnen und –Säulen in öffentlichen Gebäuden und im öffentlichen Raum“, sagt Jürgen Marek (Grüne). „Diese unkomplizierten Angebote für die Bevölkerung können auch vor Dehydrierung bei zunehmenden sommerlichen Hitzewellen schützen.“
„Im Bezirk Harburg werden 26 leitungsgebundene Wasserspender von uns betreut. 21 davon stehen in Schulen, weitere stehen zum Beispiel im Amtsgericht oder bei einer Feuerwache“, berichtet Janne Rumpelt, Pressesprecherin von Hamburg Wasser. Das Problem: Alle 26 Wasserspender sind nicht öffentlich zugänglich.
Die Stadt hat gerade mit Hamburg Wasser einen Rahmenvertrag geschlossen, der es allen städtischen Institutionen ermöglicht, Wasserspender über Hamburg Wasser zu beziehen. Leider erst irgendwann in den nächsten Jahren, denn zunächst einmal muss ein geeigneter Prototyp entwickelt werden. Die vier vorhandenen Trinkwasserspender seien, so Hamburg Wasser, nicht für eine Serienproduktion geeignet.
Im Augenblick wird eine Ausschreibung für einen Trinkwasserspender vorbereitet. Wenn der Zuschlag erteilt und ein Prototyp entwickelt ist, „soll dieser zunächst eine Saison betrieben werden, bevor die Serienherstellung beginnt“, erklärt Janne Rumpelt. Danach können die Bezirke ihre Bestellungen aufgeben.
Klaus Wicher, Hamburger Vorsitzender Sozialverband SoVD, mahnt zur Eile: „Die Sommer in Deutschland werden immer trockener und heißer. Das bedeutet für uns alle, dass eine gute Wasserversorgung im öffentlichen Raum immer wichtiger werden wird. Nicht nur Menschen, die auf der Straße leben, sondern wir alle brauchen in der Zukunft eine bessere öffentliche Trinkwasserversorgung.“

1 KOMMENTAR

  1. Warum kann man nicht die vorhandenen 26 Wasserspender abprüfen, wie die genutzt werden. Die 3, die am wenigsten frequentiert sind (weil öffentlich nicht zugänglich), baut man ab und installiert sie auf dem Rathausplatz, Am Sand und vorm Bahnhof. Wenn das nicht geht/technisch, warum muß nun ein Prototyp entwickelt werden, wenn es zB an der Alster schon einen gibt ? Der ist doch auch realisiert worden, auch wenn er scheinbar nicht zur Serienproduktion taugt ? Warum eigentlich nicht ? Vielleicht bezieht man auch mal unsere pfiffigen Studenten/innen an der TUH mit ein ? Oder man macht einen Teil der 26 Spender der Öffentlichkeit zugänglich ? Das wäre doch die einfachste Lösung.

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