Irgendwann räumt die Stadtreinigung auch diesen Müll weg. Foto: mag

Andreas Göhring, Hamburg-Süd. Sommer, Sonne, Grillen im Park. Und am Tag danach? Hunde knabbern an den Knochen von Lammkoteletts, Pappteller mit allerlei gestern noch Essbarem gammeln vor sich, Müllhalde statt gepflegter Parkanlage. Wer macht nun sauber?
Eigentlich sollte es so weit gar nicht kommen. Denn das Bezirksamt Harburg „kontrolliert die Grün- und Erholungsanlagen anlassbezogen“. So steht es jedenfalls in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Bezirksfraktion. Aber: Diese „Aufgabenwahrnehmung“ findet in der Regel montags bis freitags jeweils von 7 bis 16 Uhr statt – also nicht gerade in der idealen Zeit zum Grillen und Chillen. Wenn die Kontrolleure trotzdem etwas finden, „informieren sie direkt die Hamburger Stadtreinigung und bitten sie um Reinigung und Entsorgung“.
Das wird vermutlich nicht reichen, um Grünanlagen wie im Göhlbachtal einigermaßen sauber zu halten. Aber es gibt ja auch noch die 30 „WasteWatchers“ die regelmäßig in Hamburger Parkanlagen unterwegs sind. Ihre Aufgabe ist es, die wilden Müllablagerungen zu reduzieren. Wie das geht? Das Bezirksamt verrät es: „Durch Aufklärung und Sanktionierung.“ Im persönlichen Gespräch würden „Tipps zum richtigen Umgang mit Müll vermittelt sowie Taschenaschenbecher, Mülltüten und Informationsmaterial verteilt“. Das Ganze nennt sich „Clean Schnack“, die letzte Aktion dieser Art in Harburg fand am Außenmühlenteich statt.
Aber auch hier gibt es eine Lücke, nämlich den Sonntag. Da sind die Grill-Freunde unter sich, die Kontrolleure sind nicht im Dienst. Bußgelder drohen bestimmt nicht, denn dann müsste jeder einzelne Knochen, jede leere Bierflasche zusammen mit dem Müllsünder rechtssicher dokumentiert werden. Die letzte Hoffnung: die so genannten Rangers. Die sind auch an Sonn- und Feiertagen unterwegs. Aber eben nur in Naturschutzgebieten.
Ein Hamburger Bezirksamt stellt resigniert fest: „Leider ist in vielen Bereichen unserer Gesellschaft ein Rückgang gegenseitiger Rücksichtnahme zu beobachten.“ Das gelte vor allem für Bereiche, die der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Am Ende räumt die Stadtreinigung alles weg – bis zum nächsten Wochenende.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here