Bis zum Jahresende fahren diese E-Autos noch durch Osdorf und Lurup: Der Shuttledienst ioki wird dann ab 2023 in Harburg unterwegs sein. Foto: Wolfgang Köhler/vhh

SPD-Fraktionschef Kienscherf: „Stößt Menschen vor den Kopf“

Horst Baumann, Hamburg-West

Der Koalitionspartner spart nicht an Kritik am Aus für den Shuttledienst ioki in Osdorf und Lurup zum Jahresende. Im „Hamburger Abendblatt“ sagte Dirk Kienscherf, Chef der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Der Hinweis der Verkehrsbehörde, dafür käme Moia nach Osdorf, ist für manche Menschen dort einfach keine Alternative.“ Kienscherf hält insbesondere die Kommunikation des grünen Verkehrssenators Anjes Tjarks für unglücklich.

Kienscherf bemängelte, dass der Preis für Moia deutlich höher als für ioki sei. „Das ist für Menschen mit oft kleinen Einkommen dann einfach nicht mehr bezahlbar.“ Solche Zusammenhänge müsse man bei verkehrspolitischen Entscheidungen bedenken, „sonst stößt man die Bürgerinnen und Bürger vor den Kopf“, sagte Kienscherf.

Wicher: Kostenloser Nahverkehr für Bedürftige

Ähnlich argumentiert Klaus Wicher, der Hamburger Vorsitzende des Sozialverbands SoVD, der allerdings den gesamten rot-grünen Senat in die Kritik nimmt, „Ich bin mir sehr sicher, dass mit dem Wechsel auch höhere Fahrpreise kommen werden.“ Das sei vor allem in diesen beiden Stadtteilen, in denen vergleichsweise viele Menschen mit sehr kleinen Einkommen leben, eine zusätzliche Belastung für ihre Lebenssituation. „Gerade jetzt, wo diese Menschen von steigenden Preisen gebeutelt werden und zu Recht Angst vor dem haben, was noch auf uns zukommt, ist das eindeutig das falsche Signal. Ich habe den Eindruck, dass Menschen in den armen Stadtteilen im Hamburger Westen beim Senat keinen großen Stellenwert haben.“

Wicher fordert: „Ioki muss erhalten werden! Bei einem Anbieterwechsel dürfen die Fahrpreise auf keinen Fall angehoben werden. Hamburg sollte nicht die Bedürfnisse der Menschen in diesen Stadtteilen aus dem Auge verlieren!“ Stattdessen sollte die Stadt alles dafür tun, dass Bedürftige endlich kostenfrei Bus und Bahn nutzen können.

Für den Erhalt von ioki stimmte auch die Altonaer Bezirksversammlung mit den Stimmen von SPD, CDU, Linken und FDP. Die Grünen enthielten sich. Der Beschluss der Bezirkspolitik ist für die Verkehrsbehörde allerdings nicht bindend.

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