Nach vielen Veranstaltungen ist jetzt Schluss. Jo Riehle hat den Laden dicht gemacht und besenrein an den Vermieter übergeben. Foto: Berthold Caspar

Café und Weinstube am Karnapp nach fünf Jahren geschlossen – Gastronom Jo Riehle wechselt die Branche

Berthold Caspar, Harburg. Schwerer Verlust für Harburgs Kultur-Szene: Der Graue Esel im Binnenhafen sagte ganz leise „Adieu“.
Fünf Jahre lang hatte der „Esel“ im Karnapp 5 die Harburger Gastro- und Kultur-Landschaft bereichert. Jetzt sind dort die Lichter ausgegangen. In einem der ältesten Häuser Harburgs, erbaut etwa 1645, hatte Jo Riehle Hamburgs erstes Coaching-Café eröffnet. Tagsüber Ort für Seminare, abends eine gemütliche Weinstube mit Lesungen, Workshops, Musik und Kunst.
Viele illustre Gäste traten in dem kleinen Lokal auf: Fußballerin Tabea Kemme, Kabarettist Wolfgang Trepper und Comedian Torsten Sträter. Auch ein „Whiskey tasting“ mit Manuel Sarrazin wurde angeboten. Nach gut 200 öffentlichen und vielen geschlossenen Veranstaltungen ist jetzt Schluss. Jo Riehle hat den Laden dicht gemacht und besenrein an den Vermieter übergeben.
„Ich möchte keine der vielen Veranstaltung missen“, sagt der 50-jährige Jo Riehle, der das Café seit 2018 gemeinsam mit Bernd Ludwig führte. Beide waren allerdings nur nebenberuflich als Gastronomen tätig. Tagsüber hatten sie noch andere Jobs, aber irgendwie funktionierte es immer.
Die Entscheidung, den Esel zu schließen, fiel bereits 2021. Der Grund: Jo Riehle hatte das Jobangebot seines Lebens bekommen. Der Lebensmittelchemiker wurde stellvertretender Geschäftsführer des Instituts für Hygiene und Umwelt, einem Landesbetrieb mit rund 300 Mitarbeitern. „Das ist für mich ein beruflicher Glücksgriff mit viel Verantwortung und viel Arbeit. Da kann man abends keinen Gastrobetrieb nebenbei betreiben“, sagt Jo Riehle.
Die Marke „Der Graue Esel“ hat er sich allerdings schützen lassen. Auch in Zukunft sollen Veranstaltungen des Grauen Esels an anderen Orten und in anderen Lokalen diesseits und jenseits der Elbe stattfinden. Jo Riehle betont: „Der Geist des Grauen Esels wird weiterleben.“

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